Erinnerungen: Das Wohnzimmer

Als Kind bin ich manchmal des Abends bei den Erwachsenen im Wohnzimmer gesessen, damals noch ordentlich eingequalmt vom Pfeifenrauch meines Vaters und den anderen Rauchsorten von Gästen, bevor sie sich dann später wegen des „Dschihads gegen Raucher“, wie sich mein Vater zuletzt auszudrücken pflegte, zum Quarzen in sein Arbeitszimmer oder auf die Terrasse ausweichen mussten, und lauschte diesen jenen Diskussionen, damals noch seltener über Tagespolitik, mehr über Theologie und Philosophie, und ich weiß noch genau, wie ich wirklich sehr, sehr wenig von dem verstand, was da geredet wurde. Ich weiß aber noch, dass es ruhiger war, mit mehr Ruhe in den Stimmen. Man konnte dabei einschlafen. Auf dem Sofa unter den dunklen Bücherregalen und mit lauter interessanten Wortfolgen im Ohr, die einen nicht im Mindesten wachhielten.

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