Kurzfilme: Es war immer so

Eine Person wird gezeigt, wie sie nachts kleine Dosen Kondensmilch vor die Hauseingänge einer Siedlung stellt, aber immer nur der Weg vom Bürgersteig zur Tür und dann Naheinstellung der Milchdosen, wie sie abgestellt werden, nie der Rückweg oder das Weitergehen und man sieht die Person auch immer nur von hinten. Das alles etwa vier Minuten lang (Musik im Hintergrund: Bob James – Nightcrawler). Dann Schnitt und eine einfache, kleine Küche, Morgensonne scheint zum Fenster rein. Keine Musik. Die Person sitzt am Küchentisch gießt sich Filterkaffee in eine große Tasse, trinkt aber nicht und guckt nachdenklich schräg nach unten. Dann eine Naheinstellung von einer Kondensmilchdose mit dem nachdenklichen Gesicht der Person drauf. Dann dunkel und eine Stimme sagt: „Es war immer so.“ Abspann.

Tagtraum: Das Bett

Ein alter Traum von mir: In einem sehr gemütlichen Bett, das auf schwenkbaren Skiern steht, schön warm eingepackt kreuz und quer, ziemlich, aber nicht sehr schnell über ein endloses, gefrorenes Meer gleiten. Dazu ein Spiel von Sonne und Wolken und evtl eine Mahlersymphonie und ein paar Käsestangen und Weintrauben. Und am Fußende vielleicht noch ein Schimpanse mit Smoking und Zylinder. Und immer, wenn man zu ihm guckt, grinst er und hebt den Daumen.

Blogbuch: Sapiosexualität

Auch nach einigen Jahren fällt es mir noch schwer, mir vorzustellen, was wohl Sapiosexualität ist. Am ehesten leuchtet mir eine Art vulkanische Geistesverschmelzung ein, bei der den Teilnehmenden die alten, ungezügelten, klingonenhaften Pferde, die die Vulkanier mal waren, quasi durchgehen. Nicht so schön finde ich die Vorstellung, dass sich Menschen mit philosophischen Schriften oder komplizierten mathematischen Frakturen einreiben und dann „Heureka!“ rufen, wenn sie einen geistigen Orgasmus haben, der sich dann mit ungezügelten, verbalen Auswürfen populärer Weisheiten Bahn bricht.

Worauf ich natürlich eigentlich hinaus will, ist, dass es kaum ein unangenehm peinlich-prätentiöseres Wort als „sapiosexuell“ gibt und dass das unbedingt in einen eng begrenzten Jungjournalistenkreis eingedämmt werden muss.

Blogbuch

Mein ich das nur, oder verheißt die Ankündigung „Genau mein Humor“ oft nichts Gutes?! Wenn der Humor genau getroffen wird, ist das meist der Urhumor, auch Reptilien- oder Stammhirnhumor genannt. Charakteristisch u.a. auch lautes Lachen mit weit ausladendem Unterkiefer und das Wedeln mit dem evolutionsbedingt beim Menschen nicht mehr nachweisbaren Schwanz (hinten).