Die Pastinakenschuld

Ein Mann sitzt zuhause und wird plötzlich wütend, weil er endlich aufhören will, Pastinaken zu essen. Da wirft er die angebrochene Schachtel Pastinaken einfach aus dem Fenster in den Innenhof und schwört sich, jetzt wirklich nie mehr Pastinaken usw. Tags darauf wird er im Treppenhaus Zeuge eines Streits zwischen einem Kind und seinem Vater: „…Dir tausendmal gesagt, das Taschengeld wird nicht für Pastinaken ausgegeben.“ – „ICH HABE DIE NICHT GEKAUFT, JEMAND HAT SIE AUS DEM FENSTER GEWORFEN“ – „Das Lügen macht die Sache nurnoch schlimmer.“ – „DAS IST NICHT GELOGEN!!!“ – „Doch. Und deshalb gibt es nächsten Monat kein Taschengeld.“

Der Mann huscht an den beiden vorbei und ist froh, dass er nicht in den Streit hineingezogen wird. Als er im Hof auf sein Fahrrad steigt, bekommt er die angebrochene Schachtel Pastinaken an den Kopf. Der Vater hat sie aus dem Fenster geworfen. „WAF DOLL DAFF DENN“, brüllt der Mann (er hat sich vor Schreck auf die Zunge gebissen und eine der Pastinaken gegessen). Da steckt der Vater seinen Kopf aus dem Fenster und ruft: „Schuldigung. Ich wollte nur ausprobieren, ob es möglich ist, eine angebrochene Schachtel Pastinaken aus dem Fenster zu werfen. Vielleicht hat mein Kind ja doch nicht gelogen.“ Wortlos radelt der Mann vom Hof und will von der ganzen Sache nichts mehr wissen, er kehrt auch nie zu dem Haus zurück: Dem Ort seiner Schuld.

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