Blogbuch: Junggesellenabschiede

Junggesellenabschiede sind natürlich immer ein beliebtes Ziel berechtigten Spottes und man kann sie eigentlich nur hassen. Niedlich sind aber solche Gruppen, die aus etwa 5-6 Männern bestehen, die diese Zeremonie nicht gewohnt sich und sich dabei spürbar unwohl fühlen. Sie tragen die Mottoshirts unter Funktionsjacken und öffnen diese nur ein wenig, damit man die gemeinsamen Trikots erahnen kann. Manche kommen auch direkt von Arbeit an den Bahnhof und haben ihr Shirt im Rucksack, aus dem sie es unentschlossen halb rauszupfen und wieder reinstecken, weil sie sich dann doch nicht am Bahnsteig umziehen wollen usw. Die Frage „So langsam mal Bier, oder“ liegt in der Luft, ochjoa, so langsam kann man ja, ne, einer hat einen gut gewärmten 0,33er-Sixpack dabei, die Flaschen werden verteilt, dann ist aber die Frage, jetzt schon aufmachen und vor allem wer macht sie auf. Dann Telefon. Ja, wir sind schon unterwegs. Du rufst aber jetzt nicht alle halbe Stunde an, oder, wird leise gefragt. Ok, ja, versteh ich, war auch nit so gemeint. Nee, erstmal was essen, haben reserviert. Neeee, das wird nicht „so“ ein Junggesellenabschied. Dann kommt der Zug und alle haben ihre Tickets auf dem Handy.

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