Idee für Kurzfilm: Oben

Die Kamera zeigt den seitlichen Zugang zu einer Freilichtbühne. Man kann das Publikum zwar nicht sehen, aber hören. Halblautes Gemurmel. Dann hört man hinter der Kamera jemanden etwas sagen, etwa so: „Ich war jahrelang am Baum…oberhalb. Etwas oberhalb, immer so den Ast entlang, oben. Der Wind, das ewige Rauschen. Oben im Baum. In der Baumhöhle, in der Buchung. Die Blätter, die Früchte. Die Äste entlang. Ich war der Baum. Halb oben. Ich habe alles vergessen, ich war frei und habe alles vergessen. Gib mir noch eine von den Nüssen. Ja, die.“ Dann Knack- und Knabbergeräusche. „Ich war der Baum, ich muss.“ Und dann sieht man ein Eichhörnchen auf und über die Bühne flitzen, das Publikum raunt und die Kamera fällt hin und das Bild ist schwarz und der Ton auch weg. Dann ein Bild von einem Baum, dessen Äste sich im Wind bewegen, etwa eine Minute. Und dann eine Nahaufnahme vom Gesicht eines Mannes mit Eichhörnchenbemalung, wie es das für Kinder bei Stadtfesten gibt. Und er sagt: „Oben.“ Und dann sofort Ende.

Blogbuch: Peer Steinbrück

Als ich las, dass Obama 400.000 Euro für irgendeinen Auftritt kassiert, hab ich an Peer Steinbrück gedacht und mal geguckt, was der momentan so macht. Da seh ich, dass er mit Florian Schröder Kabarettauftritte plant. Mit wohligem Schauer stelle ich mir vor, wie er etwas hölzern und linkisch so halbgute, verkopfte Witze macht und der Funke nicht so richtig überspringt, was er selbst auch merkt und dann nadelig wird und anfängt, eine Art Bundestagsrede über schwieriges, teils auch zu dummes Publikum zu halten. Und am Ende sagt er „so, und jetzt will ich meinen Koffer voll Geld“, aber wieder nur vereinzelte Lacher, und dann wird die Tour nicht fortgesetzt.

Gemischte Gefühle

Jemand fährt in einer Nusschale über einen schwarzen, uferlosen See unter dem Nachthimmel und er hat nur eine brennende Fackel in der Hand. Ich will doch nur, dass das Feuer nicht ausgeht, denkt er traurig. Bald ist die Fackel fast schon ausgegangen, da schaut er die Flamme noch einmal an, holt aus und wirft sie auf die See hinaus. Und als sie aufschlägt, breitet sich eine blaue Feuerdecke aus und der Himmel beginnt lila zu leuchten. Und als die Nussschale brennend untergeht, hat er gemischte Gefühle.

Zu Gabriel in Israel

Zu einem Bruch mit Sigmar Gabriel könnte ich Israel nur gratulieren; ich hoffe, dass es so kommt. Soll Deutschland das nächste Mal jemanden schicken, der palästinensische Antisemiten nicht seine Freunde nennt und Israel nicht mit ahistorisch verwendeten Kampfbegriffen wie Apartheid diffamiert.

Hat eigentlich irgendjemand dieser dreisten Israelkritiklellos jemals überlegt, wie es für einen Israeli sein muss, Europäern die Hand zu schütteln, die seit Jahrzehnten ein undemokratisches und auf Menschenrechte pfeifendes Regime bebuttern, das mit dem Geld Familien von terroristischen Judenmördern als Belohnung Renten zahlt?