Blogbuch: Erinnerungen

Es ist immer so rührend, wenn Menschen sich in die Augen schauen und sagen, wenn du mal nicht mehr bist, lebst du in meinem Kopf weiter. Aber die Vorstellung, dass man in der Erinnerung und oder in der Phantasie mit jemandem zusammenlebt, mit dem man wirklich mal zusammen war und der nicht mehr wiederkommt, ist letztlich auch trostlos. Irgendwann merkt man, dass man den anderen in seinem Kopf nur steuert, dass es eine Hülle ist und nur voll mit Dir selbst. Und dann tut es noch mehr weh. Etwas anderes wäre es, wenn man das Bewusstsein von jemandem mit allen Erinnerungen an einem bestimmten Punkt in eine Cloud hochladen könnte. Aber das wurde in der Sciencefiction ja auch alles schon durchgespielt. Entweder die ehedemst biologische, dann „künstliche“ Intelligenz wird sofort verrückt und spielt die Küchengeräte wie den Thermomix oder das intelligente Haus gegen einen aus (oder teils auch Weltherrschaftsambitionen) oder der Mensch in der Cloud wird totunglücklich und will einfach nurnoch, dass du ihn löschst. Tja und wenn man dann, weil man das nicht ertragen kann, ein bisschen mit Cure-Programmen oder fragwürden „Updates“ an der Stimmung des Cloudmenschen herumspielen will, hat man das gleiche Problem wie mit den Erinnerungen, die man ja auch ständig verändert; gerade auch unterbewusst. Ich meine, andere Menschen verändern sich ja auch von allein, aber das hat dann ja nichts mit Selbstbetrug zu tun. Am Ende muss man doch Abschied nehmen können oder nurnoch hin und wieder an früher denken und dann doch wieder immer öfter. Weil es ist alles zu schwer.

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