Blogbuch: Kleine Geldautomaten

Schon seit einiger Zeit tauchen an Orten, an denen vorher keine waren, kleine, freistehende, offenbar privat betriebene Geldautomaten von Briefmarken-Post-Automatengröße auf. Manchmal führt sogar ein dünnes Stromkabel in eine frisch verlegte Steckdose an der Hauswand, man kann es auch einfach kurz rausziehen und stattdessen dort sein Handy laden, wenn man das Ladekabel dabei hat. Ich habe es schon mehrfach erlebt, wenn ich interessehalber an die Automaten hinangetreten bin, dass auf dem Bildschirm die Nachricht „Servicepersonal ist informiert“ zu lesen war. Abheben konnte man nichts. Die Automaten scheinen sehr schnell leer zu sein. Vermutlich sind aus Sicherheitsgründen (ein Auto oder Lieferwagen könnte vorfahren und Personen könnten den Automaten einfach mitnehmen, verboten ist es zwar, aber wie die Leute eben so sind) immer nur 20 Euro drin. Damit sich der Aufwand trotzdem lohnt, beträgt die Abhebegebühr für die 20 Euro etwa 28-34 Euro. Man muss auch passend abheben, weil eben immer nur ein Schein drin ist. „Bitte passend abheben.“ Manchmal steht auch eine lokale Telefonnummer auf dem Automaten.

„Gerritsen?“
„Ja, Weissinger, morgen. Ihr Geldautomat ist wohl leer, ich wollte mal fragen, wann der wohl wieder befüllt wird.“
„…MANFRED?“
(gedämpft) „Ja?!“
„Der Geldautomat ist wieder leer.“
„Oh nä.“
„Und der Müll muss auch raus.“
„JETZT NED“
„Aber der Herr…wie heißen sie?“
„Weissinger.“
„Der Herr Weissbringer will Geld abheben.“
„Wieviel?“
„Wieviel?“
„20 Euro.“
„20 Euro.“
„Gibbet ihm an der Tür.“

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