Heute: PILZ SPEZIAL GERICHT

Hallo hereingelesen und in Bennis KOCHGENISCHE. Ich habe mir für die zugige, nasshereingeregnete Jahreszeit heute zu einem PILZ SPEZIAL GERICHT entschieden. Pilze kennen wir als Hochgenuss. Zunächst – oder anders.

Erstmal wird die Hose, die nass werden durfte, angezogen. Dann geht die ganze Gruppe, teilweise auf Familienbasis, im Gänsemarsch zum Waldgebiet. Pilze wollen gefunden werden. Es sollte aber nicht zu affig gebrüllt werden, wenn welche gefunden waren. So besonders ist das dann doch auch alles nicht. Dennoch kommt so etwas wie Goldgrabe Stimmung herauf. Manche waren so stolz, das sie sich einzelne Pilzarten ans Gewehr geheftet hatten. Im Unterholz ist es rutschtig, der Blick nach oben zu den Baumkronen = ERHABEN. Wo man hinschaut, hat ein anderer schon geerntet. Spitze Bemerkungen machen die Unternehmung zu einem teilweise zwischenmenschlichen Gestreitakt. Jagdgeschichten sind oft Angeberei. Dabei ist Konkurrenz schade, lohnt nicht! Provokationen haben im Wald nichts zu suchen. Das Pilzwissen um die Unterschiede ist enorm, doch auch hilfreich. Am Ende muss man die interessantesten gefunden haben oder es so darstellen. Gut.

Der Korb mit den Sorten ist von Vielfalt. Zuhause wird die Ernte vorsichtig angeguckt. Ach, was war denn da alles dabei. Halblinge, Ederlinge, ganze Pilze, die berühmten Canneloni, Gepfifferlinge, Champignons des Bodens, Jausenpilze, Abgezählte, Aufgeblähte, Angenehme, Aufgeregte, der gewaltige Pilz, der ZIERPILZ, der rasante WACHSPiLz; der schnell langweilige Pilz, der seltene BORKENPILZ, der seitliche Pilz des Geschmacks, alles war dabei, ja, auch der lustige Fliegen Pilz, alles. Dann ist schon bald das große Thema Putz an der Tagesverordnung. Jeder hat eine andere Gewissheit bezüglich der Technik. Am Ende einigt man sich auf Handtuchrieb, Pinsel Restaurier Stil, Schüttel Technik und herumstehen. Einzelne machen die Arbeit, weil andere wie Falschgeld wirken. Doch nicht jeder kann auch, was er will. Am Ende wird die Pilzsammlung an die Küche vergeben.

Nun beginnt die eigentliche Kochgezauberei. Messer tanzen durch die Luft, die Pilze werden halbiert und kurz einmassiert. Dabei wird die Zwiebel vom Schal befreit und IM NU in zahngerechte Würfel gehobelt. Wichtig ist die Magie in der Luft, die mit allen Sinnen greifbar zu sein schien. Hei, was ist die Pfanne aber heiß. Der Herd war auf die oberste Heiz vorgewarnt. Keiner wusste es. Jetzt wird mit Weißwein kräftig abgelöscht. Ein wenig Kräuter des Balkons werden bereitgelegt. Und dann geht es ab in die Gusseiserne. Dabei muss bedacht werden, dass Pilze eine starke Wasserverdrängung bei Hitze vorweisen. Ist die Nässe verdampft, bleibt ein unansehnlicher Rest vorhanden, der mit weiteren Pilzen und ausgewählten Zutaten des Waldes aufgeforstet werden muss. Am Ende ist die ideale Pilzpfanne von Konsistenz, aber schon weich am Biss. Jetzt noch eine Prise Geriebenen Käse und Ketchup, fertig ist der einzige artige Hochgenuss.

Am Tisch reicht man sich gegenseitig die Hände und reißt sich erstmal zusammen. Erst dann wird mit Schwung und Hunger gegessen, weil die Waldluft hungrig gemacht hat. Atem- und Kaugeräusche sind oft nicht zu vermeiden, aber unschön. Am Ende wird „PILZE WAREN GUT“ gerufen und allgemein abgeklatscht.

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