Blogbuch: Vogelfreu(n)de

Erste Vögel kommen schon zurück, zB Kraniche, wie ich gerade auf einer Vogelfreunde-Seite hier auf Facebook las. Ich habe generell das Gefühl, dass mir – Danke Mark Zuckermann – wieder mehr interessante Inhalte eingezeigt werden und nicht mehr das übliche Gesellschaftsgedäh. Meine Güte, ich stehe morgens auf und gucke als erstes ins Vogelhäuschen, wo ich verschiedene Haferflocken und Fettgüdel hergelegt habe; dass vielleicht ein gefiederter Freund auf der Durchreise von Feuerland nach Mecklenberg sich ein bisschen stärken mögen möchte. Soll ich das jetzt verschweigen, nur weil es anderswo einen Politik und Konflikte gibt, wo es hoch hergeht. Sicher nicht.

Blogbuch: Apothekerleben

Wenn ich nochmal anfangen würde zu studieren, dann Apothekenkunde…ich hab heute wieder die „Götter in Weiß“ durch die Hinterfenster der nahegelegenen Apotheke „Am Rathaus“ gesehen, wie sie mit nur verschiedenen Pulvern die Medikamente für Montag zusammenrühren und zum Schluss haben sie sich (glaube ich) gegenseitig Heroin gespritzt. Das ist ein Leben ^^

Blogbuch: Waschsalons

Waschsalons sind auch heute noch Orte der Sehnsucht. Dort hinten in der Ecke sitzt ein Studentin in Unterhose und liest ein antiquarische erstandenes Taschenbuch, das sie geklaut hat. Etwas weiter vorne auf einem Sofa sitzen zwei junge Männer auf einen schäbigen Sofa und genehmigen sich ein paar Waschmittel-Tabs.

Der Umschlag unter der Schublade

Eine Person hat seit 30 Jahren alte Wohnwände angekauft, um sie mit geringem Verlust weiterzuverkaufen, vor allem aber, weil sie die sich selbst kaum eingestandene Hoffnung um- und antrieb, einmal etwas Besonderes in, unter oder zwischen den alten Schubladen, in den Türen oder an den Decken und Böden der Schrankähnlichen zu finden. Eines Tages kauft die Person eine alte Wohnwand an und begutachtet sie in ihrem Lager, in das sie die Wohnwand nach dem Ankauf mit einem Lieferwagen gebracht hat. Da findet sie, was sie schon fast nicht mehr zu hoffen gewagt hatte, nicht bloß einige vergilbte Zettel und wertlose Münzen in einer der Schubladen, sondern einen mit Wachs versiegelten Umschlag, der von unten an eine der Schubladen, in die sie zuvor geschaut hat, einmal befestigt worden sein muss. Da hat sie den Umschlag und hält ihn in der Hand. 30 Jahre lang hat sie Wohnwände angekauft in der Hoffnung, einmal etwas zu finden, das sie für alles – wenn nicht vollkommen entschädigt – so doch für einen Moment eine Ahnung von etwas empfinden lässt, das einem Leben, den Wohnwänden gewidmet, nicht zu sehr glich. Was wären die 30 Jahre, was. Da hat sie plötzlich alles um sich herum vergessen und den Umschlag, den sie eben noch in der Hand zu haben glaubte, nicht mehr in der Schublade in der Wohnwand war der. Hat sie die Wohn die hat sie alles vergessen. Endlich hat sie den hat sie alles vergessen hat sie die 30 Jahre die und.

Wie schwer kann es sein

Wie schwer kann es wohl sein, bei Diskussionen zum Thema Flüchtlinge und Abschiebungspraxis in Israel sich gegen bösartige, weil antisemitisch motivierte Vereinnahmung auszusprechen (das alte Lied von den Juden, die nichts gelernt hätten und jetzt auch brutal „deportieren“), und zugleich davon auszugehen, dass die Erfahrung von Entrechtung und Deportation im Holocaust, wenn auch nicht ohne weiteres zu vergleichen, so doch eine Haltung hervorgebracht haben kann, auf die sich Menschen in der Diskussion beziehen wollen, ohne antiisraelisch oder antisemitisch zu sein?

Geburt eines Sterns

Von allen astronomischen Spektakeln ist die Geburt eines Sterns die eahbeinngstd. Jahrtausende alte Nebel aus Nährstoffen und der gesamten chemischen Klaviatur müssen auf die unwahrscheinlichste Art und Weise in der Nähe zueinander sich bewegen, als wäre eine magische Hand der Oberlehrer. Doch da, hinter einem riesigen Planeten geht eine Sonne auf und versorgt die gesamte Szenerie mit der nötigen Energie aus purem Licht. Und erst dann verstehen wir das größte aller Wunder. Alles beginnt sich wie in einer Zentrifuge an zu schneebesern, bis die Sahne quasi steifgeschlagen ist. Alles beginnt zu leuchten und die Elemente verschmelzen. Wie eine Murmel beginnt ein Auge zu entstehen, das einen genau eine Sekunde anguckt, bevor eine riesige Erschütterung alles das gesamte Universum für einen Moment komplett ausleuchten. Dann ist der Stern fertig und kann vom Huberteleskop Kartographie er werden.

Ich bin so froh, dass ich das gesehen habe. Gut

Tagtraum: Wochenmarkt

Später Tagtraum: bin auf einem Wochenmarkt unterwegs und möchte an einem Gemüsestand Petersilie. „Krause oder glatte Petersilie?“ – Und dann ich: „Es gibt keine glatte Petersilie. Das ist Schnittlauch.“ Der Verkäufer schaut mich entgeistert an, klappt den etwa zehn Meter langen Stand mit einer einzigen Handbewegung zu einem kleinen Koffer zusammen und verschwindet mit hochgeschlagenem Kragen um die nächste Häuserecke.