Der Umschlag unter der Schublade

Eine Person hat seit 30 Jahren alte Wohnwände angekauft, um sie mit geringem Verlust weiterzuverkaufen, vor allem aber, weil sie die sich selbst kaum eingestandene Hoffnung um- und antrieb, einmal etwas Besonderes in, unter oder zwischen den alten Schubladen, in den Türen oder an den Decken und Böden der Schrankähnlichen zu finden. Eines Tages kauft die Person eine alte Wohnwand an und begutachtet sie in ihrem Lager, in das sie die Wohnwand nach dem Ankauf mit einem Lieferwagen gebracht hat. Da findet sie, was sie schon fast nicht mehr zu hoffen gewagt hatte, nicht bloß einige vergilbte Zettel und wertlose Münzen in einer der Schubladen, sondern einen mit Wachs versiegelten Umschlag, der von unten an eine der Schubladen, in die sie zuvor geschaut hat, einmal befestigt worden sein muss. Da hat sie den Umschlag und hält ihn in der Hand. 30 Jahre lang hat sie Wohnwände angekauft in der Hoffnung, einmal etwas zu finden, das sie für alles – wenn nicht vollkommen entschädigt – so doch für einen Moment eine Ahnung von etwas empfinden lässt, das einem Leben, den Wohnwänden gewidmet, nicht zu sehr glich. Was wären die 30 Jahre, was. Da hat sie plötzlich alles um sich herum vergessen und den Umschlag, den sie eben noch in der Hand zu haben glaubte, nicht mehr in der Schublade in der Wohnwand war der. Hat sie die Wohn die hat sie alles vergessen. Endlich hat sie den hat sie alles vergessen hat sie die 30 Jahre die und.

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