Blogbuch: Beim Bäcker

Ich glaube, Leute, die in der Öffentlichkeit, zB in einer Bäckereischlange, wirklich anfangen zu überlegen, ob jemand mit gebrochenem Deutsch und einem äh verdächtigen Aussehen wohl „illegal“ im Land ist, unter denen gibt es solche, die einfach ausländerfeindlich sind und das auch richtig finden. Und dann sind da noch solche, die glauben, alle Menschen bzw alle Deutschen würden so denken, nur viele würden halt „mit dem Kopf rangehen“ und sich dazu zwingen, diese Überlegungen nicht zu artikulieren, wozu sie sich idR auch selbst zählen. Was dann aber oft zur Überlegung führt, dass das unehrlich ist, und eigentlich ja die Unterdrückung eines „ganz normalen“, nachvollziehbaren, am Ende einfach berechtigten Gedankens. Warum sollen wir länger schweigen, sicher, wenn jemand einen Ausländer beim Bäcker sieht, denkt man ui, kann der was, darf der das, ist das ein Geduldeter oder Illegaler? Ich glaube, diese Leute halten es garnicht für möglich, dass das andere wirklich einfach nicht denken. Weil es ihnen einfach egal ist und weil sie Menschen total anders kategorisieren, auch durchaus reflexhaft. In der Öffentlichkeit nehme ich sofort wahr, wenn jemand kurz davor ist, sinnlos loszufluchen, andere anzurempeln, Streit vom Zaun zu brechen zB. Die haben vorher immer schon so einen Blick. Oder ich nehme wahr, wenn jemand sehr ängstlich ist. Das gehört zu Dingen, nach denen ich Leute abscanne. Und da kommt „Flüchtling oder nicht“ garnicht bei vor. Wer solche Gedanken beim Bäcker hat, der ist einfach besessen und ausländerfeindlich konditioniert.

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