Blogbuch: Abstinenzentscheidung

Habe lange überlegt, ob und wie ich über meinen in diesen Tagen zu Ende gehenden, achtwöchigen Aufenthalt in einer Entwöhnungsklinik schreiben sollte, auf den ich lange gewartet hatte und der u.a. meine Abstinenzentscheidung festigen sollte (was er auch getan hat), konnte mich aber nicht dazu durchringen. Auch zu anderen Dinge aus meinem Leben und meiner Vergangenheit nicht, oder nur indirekt. Es ist eben seltsam. Diese ganz überwiegend wunderbaren Menschen, die hier bei mir lesen oder auch mit mir befreundet sind, von denen ich letztes Jahr auch viele von Angesicht zu Angesicht kennenlernen durfte, sind mir ja irgendwie sehr nah, weil ich einerseits viel aus meinem Leben und Alltag erzähle, aber doch sehr sorgfältig siebe, mehr als mir vor kurzem noch bewusst war. Ich habe lange, eigentlich über viele Jahre, auch schon in Beziehung, ein widersprüchliches Leben mit teils extremer Isolation gelebt, in der ich mich in die Sucht und in zunehmend engmaschigere Depressionen gepowert habe und gleichzeitig bei Wikipedia und später dann hier das gemacht habe, was ich eben gemacht habe ^^ es ist…schwer, sich das eine ohne das andere vorzustellen, was mich interessanterweise zum ersten Menschen macht, der oft ins Internet gegangen ist, weil’s draußen nicht so lief. Aber bevor ich alles ins Lächerliche ziehe: der Preis für das alles war viel zu hoch und ich hätte Probleme lösen müssen, statt vor ihnen zu fliehen. Das gehört in diese Timeline wie all die schönen und positiven Sachen, die auf dieser Flucht entstanden sind. Vielleicht gelingt mir eine bessere Mischung. Und nun, aufgemerkt.