Blogbuch: Bestellen beim Nachbarn

„Heute abend bestell ich mal was bei meinem Nachbarn“. Sowas würde ich gerne bald sagen können. Ähnlich wie Airbnb und Uber können bald alle, die Lust darauf haben, ihr Essen verkaufen. Tagesaktuelle Angebote von Konserven über Frischeprodukte und Selbstgekochtes können jeden Tag neu eingestellt werden. Auch der berühmte „Liter Milch“ oder ein Kniffelbecher Zucker ist im Nu von schräg gegenüber bestellt. Bisschen teuer, aber das sind halt Arschlöcher. Dafür ist es in zwei Minuten da – die Kinder machen einen Sport draus, besonders schnell zu liefern. Klar, es gibt auch schwarze Schafe. Studenten wollen für ihre Veganersachen teils 30 Euro aufwärts, die sollen lieber arbeiten gehen. Da lob ich mir die Zugereisten. Die Aydins kaufen billig ein, stehen stundenlang in der Küche und nehmen nur ein paar Euro. Und es schmeckt auch nicht schlechter als vom Dönergrill, den sie auch betreiben. Nach Feierabend noch was dazuverdienen, also mir schmeckts.

Blogbuch: Ganz schöner Lolinger

Literaturagenten- und vermittler haben es nicht leicht (mit mir), ja, Herr Weissinger, ganz schöner Lolinger, meisterhaft kurz, hach hier disdas, ABER einfache eine Sammlung mit ihren kurzen Texten, schlagen sie sich das aus dem Kopf, was sie brauchen, ist mal eine thematische Schublade, eine Klammer, oder nicht doch mal was Längeres? Da könnte man sich sicherlich besser unterhalten!

Ich höre und lese das und denke die ganze Zeit: nein nein nein nein nein, nein nein. Nein, nein nein nein nein. Nein nein nein.

Blogbuch: Expertengewäsch

„Die größte körperliche und ideologische Gefahr für Juden in Deutschland und Westeuropa geht momentan vom Islam aus. Natürlich darf man nicht alle Muslime brandmarken, diese Verallgemeinerung muss vermieden werden – aber nicht auf Kosten der Tatsachen.“ (Michael Wolffsohn)

Mal unabhängig von der These. Ich kann diesen ganzen Stil einfach nicht ertragen von diesen Experten wie Wolffsohn, Mansour, wie sie alle heißen bei dem Thema. Irgendeinen seltsam formulierten Superlativ mit schwammigen Begrifflichkeiten postulieren, dann in lehrerhaftem Ton selbst relativieren, und sich dann auf nicht näher genannte Tatsachen berufen. Auch so gesellschaftliche Posten, die wahrscheinlich jetzt schon durchschnittlich gut programmierte Computerprogramme besser besetzen können, sonst halt irgendwelche Gymnasiasten.