Blogbuch: Ganz schöner Lolinger

Literaturagenten- und vermittler haben es nicht leicht (mit mir), ja, Herr Weissinger, ganz schöner Lolinger, meisterhaft kurz, hach hier disdas, ABER einfache eine Sammlung mit ihren kurzen Texten, schlagen sie sich das aus dem Kopf, was sie brauchen, ist mal eine thematische Schublade, eine Klammer, oder nicht doch mal was Längeres? Da könnte man sich sicherlich besser unterhalten!

Ich höre und lese das und denke die ganze Zeit: nein nein nein nein nein, nein nein. Nein, nein nein nein nein. Nein nein nein.

Blogbuch: Expertengewäsch

„Die größte körperliche und ideologische Gefahr für Juden in Deutschland und Westeuropa geht momentan vom Islam aus. Natürlich darf man nicht alle Muslime brandmarken, diese Verallgemeinerung muss vermieden werden – aber nicht auf Kosten der Tatsachen.“ (Michael Wolffsohn)

Mal unabhängig von der These. Ich kann diesen ganzen Stil einfach nicht ertragen von diesen Experten wie Wolffsohn, Mansour, wie sie alle heißen bei dem Thema. Irgendeinen seltsam formulierten Superlativ mit schwammigen Begrifflichkeiten postulieren, dann in lehrerhaftem Ton selbst relativieren, und sich dann auf nicht näher genannte Tatsachen berufen. Auch so gesellschaftliche Posten, die wahrscheinlich jetzt schon durchschnittlich gut programmierte Computerprogramme besser besetzen können, sonst halt irgendwelche Gymnasiasten.

Blogbuch: Star Wars „de-feminized“

In der Star Wars-Szene tobt nach wie vor ein Shitstorm und immernoch gegen „The Last Jedi“, gegen alle, die daran beteiligt waren, vor allem aber gegen Schauspielerinnen, vom viral gegangenen „De-feminized Fan-Edit“ bis zu monatelangen, brutalen Schmähungen, die zuletzt vor allem die Nebendarstellerin Kelly Marie Tran trafen und wegen denen sie offensichtlich ihre Social Media-Aktivitäten einstellte. Wie bei allen altright-durchsetzten Netzgeschichten sind die Stellungnahmen an Erbärmlichkeit nur schwerlich zu überbieten. Typische Broflake-Kommentareunter Artikeln, die diese irren Attacken thematisieren und kritisieren: „Star Wars ist für mich gestorben, Ende.“ (Prolog) Dann: „Lol, jetzt darf ich als uralt eingesessener Star Wars-Fan schon nicht mehr Star Wars kritisieren“ (Straw Man I), „Natürlich schreien alle gleich buhu Antifeminismus, dabei hasse ich einfach die ganzen und viel zu präsenten Frauenrollen in dem Film“ (Straw Man schlägt zurück), „Das ist schlicht nicht Star Wars, allein, dass man das nicht sagen darf, zeigt schon, dass es stimmt“ (Die Rückkehr des Straw Mans). Usw. Soviele Worte und so unglaublich viel Gehampel, und das alles nur, weil Frauen in einer Saga nicht mehr nur blütenweiße oder halbnackte Prinzessinnen sind. Es ist wirklich nicht zu glauben, aber wir haben 2018 und das ist keine weit entfernte Galaxie.