Jenseitskontakt

„Sie möchten also einen Jenseitskontakt mit Ihrer Großmutter?“
„Ja, genau :’/“
„Das werden wir sicher hinbekommen. Wichtig ist, dass Sie sich entspannen. Fassen wir uns an den Händen. Entspannen sie sich und denken sie an Ihre Oma, stellen sie sich ihr Gesicht vor oder wie sie etwas macht, was sie oft gemacht hat, irgendeine Alltagssituation“. „Ok.“
„Gut, dann beginne ich jetzt die Suche….kommmmm…….kommmmm, ich spüre dich bereits“
„Ehrlich? :‘)“
„… kommmmmmmm…. da bist du ja. Sie können jetzt durch mich mit ihr sprechen.“
„Hallo Oma :“‘)“
„Hallo liebes Mädchen“
„Du Oma, ich und mein Freund, der Achim, den kennst Du doch noch, wir bekommen ein Baby und bräuchten von Deinem Bargeld-Gesparten, das nach Deinem Tod niemand gefunden hat, 20.000 Euro. Nur für das Kind! Wäre das ok? Sagst du uns, wo es ist?“
„Ach Liebes, ich hab dich so gern, aber deinen Achim habe ich immer gehasst, den alten Taugenichts. Und das Geld hat niemand gefunden, weil ich alles der AfD gespendet habe. Und nun muss ich dich verlassen. Lebewohl mein Schatz. “
„Wa….hat…das wirklich meine Oma gesagt?“
„Ich fürchte ja.“
„Das kann doch jetzt echt nicht sein oder? Ey…“
„Das tut mir sehr leid für sie, gut für die AfD“
„Ey ich hasse meine Oma jetzt so, ehrlich. Was soll das denn.“
„Ich bekomme dann 150 Euro.“
„Das können sie vergessen.“
„Ehm, ich drohe ja ungern, aber wollen sie, dass ich ihre Nazioma als Poltergeist zu ihnen nach Hause schicke? Das passiert nämlich, wenn man nicht den vereinbarten Preis zahlt“
„SCHEISSE man.“
„Die alten sind so, meine Eltern sind auch Nazis.“
„Hier ist das scheiß Geld“
„Danke. Und nehmen sie es sich nicht so zu Herzen, immerhin ist sie tot.“

Regenschnee

„Bah furchtbar, unangenehmes Wetter“
„Ja, dieser Regenschnee…“
„Schneeregen, ja.“
„..ich kenn das als Regenschnee“
„Ja? Ich hör immer Schneeregen, aber ist ja eigentlich egal, wie rum“
„Höre auch oft Regenschnee“
„Ja? Das hab ich jetzt gerade von Ihnen glaube ich tatsächlich zum ersten Mal gehört“
„Hah..“
„Aber ist ja auch egal ^^“
„Ja man hört ja manchmal auch nur, was man hören will.“
„Joa. Ach man kann ja beides sagen“
„Ja, man kann vieles…“
„Gut, ich sag jetzt auch immer Regenschnee
„Aber nicht meinetwegen *künstlich lach“

In Ruhe onanieren

„Was machst du heute abend noch, ziehst du noch um die Häuser?“
„Nee, ich wollt schon länger mal wieder in Ruhe onanieren“
„Ouh. Braucht man da einen ganzen Abend für?“
„So wie ich es mache ja“
„Wie denn?
„Ach, immer so leicht ‚anspielen‘, Pausen dazwischen mit Musik und ein bisschen Fenchelsalat, dann langsam die Intensität erhöhen, aber ohne wild zu rubbeln halt, und eben ewig hinauszögern“
„…damit du dann richtig explodierst am Ende oder wie“
„Eher selten, meistens klingt das Verlangen dann am späteren Abend langsam ab oder ich schlafe ein oder so“
„Ohne gekommen zu sein?“
„Du, Sex ist mehr als nur wilde Zuckungen und becherweise Sperma. Sex ist auch Stille, ein bisschen am Johannes rumspielen, viel Schlaf“
„Das ist ziemlich sicher kein Sex. Warum eigentlich FENCHELSALAT“
„Den mach ich mir manchmal ganz gerne, wobei ich meistens eher die Vorstellung von einem Fenchelsalat mag als den Salat selbst.“
„…na dann auf jeden Fall ’schönen‘ Abend“
„Dir auch!“

Im Ikea

„…schade, leider nur eins, hätt ich gleich drei mitgenommen von diesen Kissenbezügen“
„Och dann frag doch hier einen, ob die davon noch welche auf Lager haben.“
„Nein, lass, war halt nurnoch eins da“
„Oder manchmal haben die die ja auch noch an anderen Stellen liegen.“
„Ach Quatsch.“
„Man kann doch mal fragen?“
„Nee komm lass.“
„Wieso?“
„Ja siehst du hier jemanden?“
„Ja dann suchen wir doch mal (schaut sich um)“
„Nee, jetzt lass doch einfach.“
„Also…warum bist du denn so?!“
„Die haben eh nichts auf Lager, was die haben, liegt da, das ist immer so“
„Aber fragen…“
„Nee wirklich, jetzt ist gut, das eine reicht mir auch.“
„Ich frage gleich einen, wenn wir einen sehen“
„Aber nicht für mich.“
„Was?!“
„Ja, ich habe den einen, ich will auch nur einen jetzt.“
„Pff..na gut dann nicht (geht weiter) “
(leise zu sich) „… die haben auch keine mehr“

Sonst verboomern wir

„Heute ist doch Samstagabend, Schatz, wollen wir da nicht mal was unternehmen?“
„Mhmh. Vielleicht hast du Recht. Sonst verboomern wir hier noch total, wie unsere missratenen Kinder sagen würden.“
„Sprich nicht so über sie, bitte.“
„Ist doch Spaß, Mensch. Ich liebe sie ja leider.“
„Dann guck doch mal in die Zeitung, was es für Veranstaltungen gibt.“
„*blätter…Kino, bah. Theater im Alten Abrissgraben…irgendwas spanisches. Bestimmt zu ausgeflippt, King Lear wird ja nicht mehr gespielt.“
„Nee Theater möchte ich auch nicht, da werden mir die Knie immer so kalt.“
„Philharmonie, Rachmaninoff, nee ohne mich, ungut lärmend der Russe immer.“
„Der Solist soll Jude sein.“
„Ja und? Muss ich jetzt da hin? Ich meine ich hab auch nichts gegen ihn, aber soll er mal was Deutsches spielen oder ist Schubert nicht mehr gut genug?“
„Ach Giselher..“
„.. was ist denn hiermit, Vortrag von Dr. Grebe im Haus der Wirtschaft, Besitz verpflichtet. Warum hohe Mieten gut für die Bausubstanz sind. Was ich immer sage.“
„Ochnö, schon Kultur“
„Kultur…oder hier natürlich, Nachtwächterführung durch den Alten Weinkeller, danach erlesene Tropfen und Flammkuchen soviel man will“
„Ach das haben wir doch schon so oft gemacht“
„Ulrike – kennst du noch alle Gemäuer? Kann ich mir nicht vorstellen, bei dem vielen Katzenkopf aus dem Rheinhessischen, den du dir letztes Mal reingestellt hast.“
„Das ist doch immer das gleiche“
„Ja meine Güte, Kunst ist auch immer das gleiche, nur mit anderen Hosen oder Farben“
„Vielleicht sind die eh schon ausgebucht.“
„Das lässt sich herausfinden. -… Ja, gunamd, meine Frage, sind noch zwei Plätze für die Nachtwächterführung frei? – Ah, genau zwei?! Ja wunderbar, dann sind wir dabei. Das ist ja schön. Bis später dann.“
„Hach na gut, besser als Handball“
„Ach du scheiße, es ist ja Deutschland-Spanien.“
„Nenee, jetzt Weinkeller“
„Haben ja vielleicht auch einen Fernseher da, das wollen ja viele sehen.“

Gespendet im Rewe

„Nah? Poh was machst du den für ein sauertöpfisches Gesicht?!“
„Ach, ganze Woche drauf gefreut, heute schön in Ruhe zu kochen, Saltimbocca, kleines Risotto dazu, Salat vorne weg, war gestern extra noch ne Stunde im Rewe, weißte nicht mehr?“
„Ja sicher, weiß ich noch. Ja und? Hast doch noch den ganzen abend Zeit?“
„Ja aber ich hab die ganze Scheiß Tüte gespendet.“
„Wie gespendet.“
„Ja für die Tafeln oder was. Rewe hat da doch so eine Aktion.“
„Was…nee das geht doch ganz anders, da sind fertig gepackte Tüten mit billigen Rewe-Produkten für die kann man bezahlen kann und die werden dann gespendet…“
„Hä. Ja was weiß ich denn, ich hab die an der Kasse halt gespendet.“
„Och Micha. Was hat denn die Kassiererin gesagt?!“
„Garnichts. Die hat nur kassiert und dann kam da so ein junger Mann und meinte ob ich den Einkauf spenden will“
„Von Rewe?“
„Ja dachte ich“
„Ja wie dachte ich“
„Ja im Rewe halt. In der Nähe der Kasse“
„Wie in der Nähe der Kasse, och Micha, wer war das denn?!! Und dann hast du dem die einfach gegeben oder wie“
„Ja gerne nicht.“
“ Ja wie gerne nicht.“
„Ja also schon gern gespendet, aber war ja auch alles bisschen blöd mit dem Wochenendeinkauf und den Kalbsschnitzeln und allem“
„Und woher weißt du, dass der vom Rewe kam. Das ist doch alles so ein Quatsch, ehrlich“
„Ja, wer…ja was meinst du denn jetzt, wurd ich da betuppt oder was, hab ich natürlich auch schon dran gedacht, scheiße“
„Micha, ehrlich…“
„…oder meinste der war vom Zirkus oder sowas, die sammeln ja auch immer“
„Micha…das macht mich gerade richtig fassungslos und traurig“
„JA TOLL SEHR HILFREICH“
„Und die Falsche Wein für mich war da natürlich auch drin“
„… wir haben glaube ich noch Glühwein von Silvester“
„Nee, Micha, also das ist jetzt wirklich was. Das macht mich sprachlos und traurig.“
„Du findest doch spenden auch gut“
„MICHA!“
„Meine Güte, ich koch uns Pasta, lecker Sößchen… Ja ODER DANN GARNICHTS WAR FÜR MICH TOTAL KLAR ICH SPENDE ABER DANN IST DA SO EIN SCHEISS TRICKBETRÜGER“
„TRICKBETRÜGER? Du hast dem Typen deinen Einkauf geschenkt, Micha. Einfach weil du so ein… Hampelmann bist, sorry netter kann ichs gerade einfach nicht sagen.“
„Ich koche heute nichts mehr“
„Ja, womit auch. Im Zirkus oder bei den Rumänen gibts heut Schnitzel und Risotto. Gut, Micha.“

Mokassins selber machen

„…und da haben wir dann echt gelernt, wie man sich Schuhe selber macht. So Mokassins“
„Du hast doch in deinem Leben noch keinen Mokassin geschustert, Stefan. “
„Hab ich das behauptet? Wir waren halt dabei, wo gezeigt wurde,…“
„Jaa aber das heißt ja nicht, dass du gelernt hast, wie man die macht“
„Gesehen wie“
„Gesehen sowas muss man lange lernen und üben, Jahre.“
„Jahre ^^“
„Ja was denkst du denn, du armer Irrer“
„Wir reden hier von Mokassins, nicht irgendwie edle Anzugschuhe“
„Stefan, du bist kein Schuhexperte, lass es einfach“
„War trotzdem interessant, wie die gemacht wurden“
„Im Urlaub ist alles interessant, Stefan“

Henning und das Schneechaos

„Henning?“
(keine Antwort)
„HENNING??“
(gereizt) „JA?“
„Jeder war jetzt einmal dran.“
„Was.“
„Mit Schneeschüppen.“
(keine Reaktion)
„Henning, du bist jetzt dran.“
„Keine Zeit.“
„Doch, jeder muss mal“
„Keine Lust.“
„Du bist an der Reihe“
„Keine Zeit.“
„Henning, du kommst jetzt runter und schüppst Schnee.“
„…wehrlos.“
„Was?“
„Naturgewalt.“
„WAS?“
„Wir sind wehrlos.“
„Was, wogegen.“
„Naturgewalt.“
„Henning, du kommst jetzt runter.“
„Wehrlos“
„DU MACHST DAS JETZT!!“
„Naturgewalt, hallo.“
„WIR HABEN AUCH GESCHÜPPT!“
„Klimawandel.“
„HENNING!!!“
„Naturgewalt.“

Zeitalter der genieteten Hosen

„So, wie kann ich ihnen helfen“
„Ja, und zwar wollte ich fragen, ob ich bei Ihnen das Sachbuch ‚Das große Zeitalter der genieteten Hosen‘ bestellen kann“
„Ja, ich gucke mal.“
„Ja.“
„…das Zeitalter der genieteten Hosen?“
„Das große Zeitalter der genieteten Hosen.“
„Ok…. – ………. also da finde ich jetzt unter dem Titel nichts?“
„Nee?“
„Ich gucke nochmal..“
„Sonst…“
„…nee, da finde ich so nichts.“
„Sonst wissense was, dann schreib ich das.“
„..sie schreiben das Buch?“
„Jo.“
„..ja das können sie natürlich machen.“
„Kann ich das dann auch bei ihnen bestellen?“
„Wie…also wenn sie das geschrieben haben, und wenn das erschienen ist, ja dann können sie das auch bei uns bestellen.“
„Och das ist ja wunderbar, dann machen wir das so.“
„Ja gut.“
„Also dann schreib ich das und wenn es erschienen ist, kann ich das bei ihnen bestellen.“
„Ja, das können sie machen.“
„Wunderbar. Dann danke ich ihnen.“
„Keine Ursache.“

Henning und FFF

„Henning?“
(keine Antwort)
(geht die ersten Treppenstufen hoch) „HENNiNG??“
(gedämpft) „Ja?!“
„Henning deine Mitschüler sind alle demonstrieren gegangen fürs Klima! – Willst du da nicht auch mal mit?“
(keine Antwort)
„HENNING JETZT HÖR DOCH MAL“
(Tür auf) „WAS?!!“
„Du, nicht in diesem Ton!“
(keine Antwort)
„Hör mal Henning, es ist doch wieder Klimademo“
„Nein.“
„Doch. Willst du da nicht mal mitgehen, deine Mitschüler gehen da doch auch alle mit.“
„Wer.“
„Henning, mach das doch mal.“
„Keine Lust.“
„Doch Henning das wird dir doch auch gut tun“
„Keine Zeit.“
„Doch Henning, komm ich fahr dich auch hin“
„Keine Lust.“
„Henning, das ist wichtig!!!“
„Machtlos.“
„Was?!“
„Wir sind machtlos“
„Warum das denn?!“
„Globale Lösung.“
„Nee, komm, Henning“
„Nur globale Lösung.“
„Henning, du gehst da jetzt mal hin.“
„Wir können nichts machen“
„HENNING!!‘
„Machtlos, hallo.“