Die Weckfamilie

Eine Familie bestehend aus zwei alten Leuten und drei Kindern hat einen Keller mit Regalen, wo ungezählte Einweckgläser mit Gewecktem Gut gelagert sind. Jeden Sommer immer die gleiche gierige Frage (teilweise sogar im Frühling schon): wann sollen wir endlich anwecken? Wenn das Beet, das auf dem Dach ist (urban gardening wecking), komplett eingeweckt ist, werden teilweise sogar Konserven und Rotkohlgläser oder Marmelade gekauft, um sie neu ein- und gut wegzuwecken.

Eines Tages ist die ganze Familie wie vom Erdbeben weggeweckt. Seither erzählt man sich in der Nachbarschaft und der ganzen Stadt, im Geisterhaus der Familie spukt es in den Weckgläsern, wo die Familie sich selbst eingeweckt hat. Und wirklich. Wenn man nachts sich noch eine Dose Ananas aufmacht, hört man die WECKFAMILIE unten auf der Straße sich an der Bushaltestelle unterhalten (?!) Von mir aus ^^

Dass die Murmeln rollten

Eine Person ruft eine Nummer mit dem Namen „Reparatur Dienst“ an, ja hallo können sie kommen, ja ok. Was soll den repariert werden? Ja ich habe hier einen katzengroßen Elefanten von dessen Rüssel als eine Art Rutsche Murmeln… – bevor sie weitereden, ich gucke es mir lieber selbst an. Wenige Momente später klingelt es schon an der Tür der Person, die sich freut und aufmacht. Es ist jemand mit einem riesigen Koffer auf dem Aufkleber von Elefanten sind. So ein Glück habe ich glaube ich noch nie gehabt, denkt die Person, und macht vor Freunde beiden ein Glas mit Lindengeschmack. Als sie aus der Küche wiederkommt, hat der Reparaturfachangestellte schon mit einem Auge gesehen, was das Problem war. Die Murmeln rollen nicht herunter, ist es nicht so? Ja, so ist es. Weil sie keine haben. Ja, sagt die Person, und die Traurigkeit ist im Nu wieder da. Aber ich habe die Reparatur sofort gesehen und durchgeführt. Hier die Murmeln. Und er hat fünf Murmeln und die Person legt sie auf den Kopf des Elefanten. Und die Murmeln rollen perfekt den Rüssel der eine Rutsche oder Rollbahn war, hinunter! Und jetzt nehme ich gerne den Tee.

Die Person konnte nicht glauben, dass die Murmeln rollten und so hatte sie sich lange nicht gefreut.

Im Schlaf hört dich keiner schwimmen

Eine Person sucht nach den neuesten Sleep Sounds und findet die sechsstündige Aufnahme „Ein Magnolienbaum blüht auf dem Grund eines Meeres“. Im Traum öffnet ein Seehund einen Regenschirm unter Wasser und lauter kleine rosane Quallen, die etwas leuchten, kommen unter dem Schirm her und steigen langsam nach oben. Das Geräusch ist wie wenn man in der Badewanne auf dem Rücken den Kopf gerade so tief hat, dass die Ohren unter Wasser sind und man es knacken und Walgeräusche von der Haut an der Wand hört und sich sprechen hört als wäre man in einem anderen Raum. Alles vollkommen geräuschlos. Im Schlaf hört dich keiner schwimmen.

Gruselige Lagerfeuergeschichte

Jetzt beginnt wieder die Motorradsaison. Einmal war ein Motorradfahrer bei hohem Tempo verunglückt und kilometerweit in einen tiefen Wald hineingefallen. Da wurde er Teil einer Bärenfamilie und als vollwertiges Mitglied im Clan der Bären aufgenommen. Doch eines Tages nahm er zum ersten Mal seinen Motorradhelm ab und da sahen die Bären, dass er schon lange tot war.

Der Zitronenjunge

Es war mal ein Junge mit Hasenkopf, der schon solange er denken kann Zitronen umhängen hat. In den Kiefernwäldern ist er hoch geklettert und dort gehörten sie ja doch nicht hin. Im Bergbaumuseum haben die Zitronen ja doch nicht eingeleuchtet. Erst in dem einen Schwimmbad war er im sprudelnden Colabecken mit Eiswürfeln und zum ersten Mal hatten die Zitronen gepasst – da hat er alles auf einmal aufgetrunken.

Lukas

Ein Mann geht auf die Kirmes und guckt sich alles an, isst eine Wurst, will aber eigentlich nur den Lukas hauen. Da findet er ihn. Die Schlange ist nicht sehr lang. Trotzdem weicht er ihr aus und wartet, bis sie weg ist. Man weiß ja nie. Dann stellt er sich an. Als er drankommt, macht er einige Probeschwünge mit dem etwas überdimensionierten Hammer und will gerade den Lukas hauen, als die Schlange wiederkommt. Angst wandelt sich in Wut und zugleich Mut…in Wutmut. Er schlägt nach der Schlange, wieder und wieder. Schließlich vertreibt er sie. Da kommt der dicke Lukasbesitzer und sagt: „15 Schläge macht 30 Euro.“ „Aber ich habe doch nach der Schlange geschlagen und nicht den Lukas???“ – Die Sache war aber: Die Schlange hieß auch Lukas. Der Mann fühlt sich zum Narren gehalten und denkt nicht daran, zu zahlen. Da wird er von der umliegenden Schaustellerbande vermöbelt. Am Ende muss keiner zahlen, weil der Mann auch Lukas heißt.

Die alte Dampflokomotive

Ein Schülerpraktikant darf, große Ehre, einmal seinen naseweißen Riechkolben in das Führerhäuschen der alten Dampflokomotive stecken, die aus touristischen Gründen noch zwischen Bad Bodelschwingh und Neu Jotapat verkehrt. Der Junge ist überrascht; zwei Erntdankburschen schaufeln wie wild von einem Haufen Strauchtomaten in den Ofen. „Aber Herr Lokführer, wie kann das denn sein“, ruft er ganz aus dem Häuschen. „Das, mein Junge, ist einfach so passiert“, lächelt der nur, öffnet dabei ein Ventil, hält eine blechfarbene Tasse darunter, fängt den roten Brei ganz auf und trinkt ihn gierig ein.