Ich hab das auch gerne gemacht

Draußen ist die Luft so schön nachts und garnicht so dunkel, weil der Himmel so klar und straßenlaternig ist, es gehen noch einige zu zweit oder allein oder mit ihren Haustieren spazieren. Es staunen aber doch alle nicht schlecht über den drei Meter großen Zimmersmann, der einen massereichen, seltsam nebligen, irgendwie in Bewegung scheinenden Planeten wie einen Luftballon an einer Schnur über sich mitführt. Da kommt er an einer Bank vorbei, auf der ein Hasenmann vor einem Teleskop sitzt. Er hat einen Schlafanzug mit kleinen Teleskopen drauf an. „Ich hab das auch gerne gemacht“, brummt ihm der Zimmersmann freundlich zu. Die Ohren des Hasenmanns richten sich auf und er schaut den Zimmersmann an: „Waf demm?“ (Er hat sich gerade mehrere Streifen Fritt reingekaut). „Vergessen“, sagt der Zimmersmann mit seiner bronzenen Stimme. Der Hasemann bietet ihm eine Fritt an und beide kauen noch eine ganze Weile zusammen auf der Bank gut was weg.

Irgendwas ist anders

Eine Person geht morgens aus dem Haus und schnuppert erstmal ordentlich. Es riecht nach frischer Luft, nassem Gras, Brötchen, die gerade aus dem Ofen herkommen und – aber irgendwas ist heute morgen anders. Es ist wie aus der Erinnerung, aber vergessen, was es war. Die Person schnuppert dem Geruch hinterher und geht um einige Ecken und. Von da noch einige Straßen und Ecken her und. Da ist eine ganze Welt, die aus schieren Jahren besteht und so wie die Person aus dem Universum geschossen ist, haben sich einige Galaxien durch die Nase in den Schädel geschraubt.

DAS WELTMEISTER

In nicht allzu ferner Zukunft sind Maschinen neben vielen anderen Dingen auch die besseren Fußballer. Offiziell immernoch verboten, gleichen manche Androiden den Menschen so stark, dass sich immer wieder autonome Roboter oder auch von Gamerkiddies gesteuerte Avatare erfolgreich unter die echten Fußballspieler mogeln. Dabei spielen sie oft weniger gut als sie könnten, um nicht aufzufallen. Manchmal in den entscheidenden Momenten machen sie dann aber absurde Tempodribblings oder 80-Meter-Schüsse in den Winkel und die „Ultras“ stürmen den Platz und nehmen die Maschine auseinander, dabei werden sie aber auch alle getötet (wird in blutigen Rückblenden gezeigt). Eines Tages ist WM-Finale und aus Angst, dass Deutschland anders als in den letzten 30-40 Jahren nicht deutlich Weltmeister werden könnte, stellt der Geist von Jogi Löw im Körper des alten Hansi Flick, der freiwillig auf sein Bewusstsein verzichtet hat, nur Hochleistungsroboter auf und nicht nur 4-5, wie vorher immer. Doch dann die Katastrophe. Die Nationalmannschaft des mittlerweile angeblich moderaten Islamischen Staats hat irgendwie doch besser eingekauft und stiehlt den deutschen Robotern die Show. Beim Stand von 4:12 für den IS entscheidet sich Joachim Löw etwas zu riskieren und bringt einen der wenigen Menschen, die noch im Kader stehen. Der junge und angeblich gut integrierten Migrant GERD ÖZIL. Und tatsächlich macht er das Spiel seines Lebens und Deutschland gewinnt noch 19:18. Abpfiff. Unbeschreiblicher Jubel. Kurz vor der Pokalvergabe kommt jemand und winkt ab. Das Spiel ist ungültig, Gerd Özil ist garkein Deutscher, obwohl er dialektfrei sprechen kann. Daraufhin wird er von Roboterschäferhunden in Fetzen gerissen, die Polizeiroboter auf ihn hetzen. Dann kurz schwarz-rot-geiles Fahnenmeer und Abspann.

Badmintonplatz

Weißt du noch, wir spielten Badminton vor dem Ferienhaus. Der Badmintonplatz war umgeben von Kiefern, so dass der Dings nicht vom Küstenwind erwischt werden konnte.
Ich zeigte dir einen Trick. Mit dem Badmintonschläger konnte man Kieferzapfen unglaublich hoch in die Luft ballern, so dass sie im Himmel verschwinden und die Erde schließlich als ausgewachsene Bäume verlassen. Ja, der Sport. Ich mache die Augen zu und falle noch einmal mit dir in die Zukunft.

Merkwürdige Erfahrung im Hotel

Eine der merkwürdigsten Erfahrungen meines Lebens widerfuhr mir einmal ziemlich spät abends in einem Hotel. Es klopfte an meine Tür, lang und auch laut, so als wäre es dringend und etwas passiert. Mit pochendem Herzen und weichen Knien ging ich in Unterhose – ich hatte bereits bettfertig auf den Schlaf gewartet – zum Fenster, öffnete es und kletterte eine Feuerleiter aus dem dritten Stock runter in eine Art Hof, wo wenige Autos standen. Dann ging ich einmal um das Gebäude herum, vorne wieder rein – die Rezeption war noch besetzt, es saß jedoch niemand „vorne“, sondern in einem Hinterzimmer, so dass mich niemand komisch angucken konnte. Und dann die Treppen hoch zu dem Flur mit meinem Zimmer. Da konnte ich gerade noch sehen, wie jemand die Tür hinter sich schloss. Etwas ungehalten klopfte ich kräftig und horchte. Offenbar regte sich etwas in dem Zimmer. Es klang, als würde jemand ein Fenster öffnen und hinaussteigen. Unentschlossen überlegte ich, was nun zu tun sei, da kam ein Bediensteter vorbei und bot an, mir aufzuschließen, da ich mich jawohl ausgeschlossen hätte. Im Zimmer war niemand, aber das Fenster war auf, als wäre gerade jemand rausgestiegen. Als der Bedienstete gegangen war, schaute ich noch einmal den Gang runter und ging dann rein. Dann klopfte es nach einiger Zeit wieder. Aber dieses Mal war es glücklicherweise ich selbst und nachdem ich mich reingelassen hatte, konnte ich dann auch zügig einschlafen.

Der blinde Schwan

Ein Schwan ist auf einem Teich in seinem Revier. Er weiß nicht, was über ihm am Himmel kreist. Er weiß nicht, was unter ihm im Wasser schwimmt. Er kennt das Ufer, aber dort war er nie. Der blinde Schwan richtet sich zornig auf, seine kräftigen Flügel rudern in der Luft und er herrscht über ein Land, das er als einziger je gesehen hat. Interessant.

Die seltsame Kutterfahrt

Eine Person mit Hasenkopf geht an Bord. Es ist ein kleiner Kutter, der zu den vorgelagerten Inseln fahren soll. Die Luft schmeckt herrlich, da… VORSICHT HASMANN EIN KLABAUTER!!! Ah gut, es war nur die Seemannskatze. Radio vergessen, ärgerlich. Liegt noch hinter dem Schrank in der Pension direkt am Hafen. Die Person dreht an einem der angenähten Knöpfe ihres gelben Regenmantels und bekommt WDR4 rein. Die Ohren fungieren als Lautsprecher, die Matrosen haben lange keine Nachrichten gehört und freuen sich deshalb, als sie in der Pension das Radio finden. Das Meer wogt immer stärker, das Wetter hat umgeschlagen. Feierlich versammelt sich der Kapitän des Kutters mit „Ernie“, dem Koch, der unter Deck ohne Grund Kürbisse angeguckt hat, und der Hasenperson unter dem Bisammast, jeder eine Teetasse aus Porzellan in der Hand. „Dem“, sagt der Kapitän und hält die Tasse in die Luft. Die anderen tun es ihm gleich. Dann wird gewartet. Da fängt es erst sachte, dann immer gewaltiger an zu regnen. Langsam füllen sich die Tassen, aber noch nicht genug zum Kehle befeuchten. Bald schlafen die drei ein und als der Himmel in der Nacht aufklart, spiegeln sich die Sternbilder im dunklen Wasser der Tassen, die die drei immernoch dem Himmel entgegenstrecken. So ist Kanada entstanden.