Schon enorm

Bekanntlich gehen die meisten Meeresbewohner zum Sterben nicht an Land, wo man sie beerdigen könnte, sondern machen das im Wasser und sinken dann, sofern sie eine gewisse Masse haben, tot auf den Meeresgrund. Weil es in dieser Tiefe kein Licht gibt, findet auch keine Photosynthese statt, wodurch die Leichname der Tiere nicht verwesen. Die liegen da, seit es Tiere gibt, bestens erhalten Generation auf Generation gestapelt, kilometerhoch oder tief, wie man will. Das ist schon enorm.

Alles Kundentoiletten

Ein Mann sucht in einem Restaurant die Toiletten und findet endlich eine Tür mit der Aufschrift „Herren“. Dahinter ist jedoch eine Art Salon, in dem verschiedene Herren in kleinen Gruppen zusammensitzen, rauchen und Cognac trinken. „Entschuldigen Sie, meine Herren, können Sie mir sagen, wo ich die Toiletten finde?“ Einer der Herren deutet wortlos auf eine Tür im hinteren Bereich des Raums, über der „Toiletten“ steht. Dahinter ist jedoch ein Toilettenfachgeschäft und keine, die man sofort benutzen könnte. Alles Kundentoiletten.

Nicht bestellt

Zwei Personen haben ein Date und sitzen in einem Restaurant. Da stellen mehrere schwitzende Küchengehilfen einen sehr großen, dampfenden Topf mittig auf den Tisch, so dass sich die beiden nicht mehr sehen können. „Einmal die Tomatensoße des Abends“, sagt der Kellner. „Das hab ich aber nicht bestellt“, sagt irritiert und angespannt eine der Personen. Die andere Person steht auf und sagt: „Ich muss leider schon gehen.“ – „Nein warte, das klärt sich sicher auf“ – doch da ist sie schon weg. Enttäuscht lässt sich die Person die Soße einpacken und schleift sie in einem großen Plastiksack hinter sich her nach Hause.

Menschen sind zwar keine Meeresfrüchte, stammen aber von ihnen ab

Wie den meisten bekannt, stammen alle Lebewesen der Erde ursprünglich aus dem Wasser. Bei vielen Landtieren gab es deshalb lange Zeit noch – wenn auch verkümmerte – Kiemen. Beim Menschen schienen sie ausgestorben. Doch auch wir haben noch welche. Forscher von der Universitat in Maryland haben sie hinter unserem Ohr gefunden, so klein, dass sie mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. „Zum Glück“, lacht Prof. Soltau, Leiter der Forschungsgruppe, der der sensationelle Fund geglückt ist. „Denn sonst müssten wir ins Meer zurück. Kiemen ziehen an Land das Wasser aus der Luft, weshalb Fische außerhalb des Wassers auch nicht ersticken, sondern innerlich ertrinken.“ Es müsse sich aber niemand Sorgen machen, dafür seien die Kiemen der Menschen viel zu klein. Nur bei einer Erkrankung der Atemwege könnten die Kiemen mitbetroffen sein und für das menschliche Ohr kaum hörbare Pfeifgeräusche absondern, die teils von Fledermäusen gehört würden. „Wer vermeiden will, dass eine Fledermaus das Pfeifen der entzündeten Kiemen für Beute in Form von mikroskopisch kleinen Insekten hält und angreift, sollte bei Erkältung die Fenster geschlossen halten.“

Griemeeisen, der Maikäfer

Griemeeisen war für das Militär geboren. Lange Jahre hatte er im Garde-Füsilier-Regiment gedient und war keiner Rauferei aus dem Wege gegangen. Nun, im Alter, wenn es der Mundschenk zu gut mit ihm gemeint hatte, legte er den alten blauen Rock mit den nicht mehr ganz weißen Litzen an und erinnerte sich, durch die Gänge seines Herrenhauses wankend und vor einigen an der Wand hängenden Säbeln stehenbleibend, dort dem nächstbesten Dienstboten, der sogleich schicksalsergeben an seinen Lippen hing, eine seiner vorzüglichen Blaubäriaden über Kriegsheldentaten auftischend, wie er und seine Freunde aus dem Offizierskorps sich, in einem großen Zuber sitzend und angenehm besoffen, von einigen leichten Mädchen die Riemen hatten schleifen lassen. Laut und unheimlich guter Dinge schmetterte er, so gut es ging Haltung annehmend, dem pflichtgemäß gespannten Burschen ihr altes Motto entgegen: „Es lebe hoch das Regiment, welches sich mit Stolz Maikäfer nennt!“ Der arme, törichte Junge hatte daraufhin einen kurzen, aber unüberhörbaren Heiterkeitsausbruch erlitten, was Griemeeisen sogleich aufs Äußerste erzürnte. Weiß vor Wut und mit dramatischer Geste riss er einen Säbel von der Wand und setzte dem Laufburschen nach, der, nicht zu Unrecht um sein Leben fürchtend, entlang der Balustrade zur Freitreppe hastete und diese dann hinunterspurtete. Hinter ihm hörte er Griemeeisen schwer atmend brüllen: „Ich werde dich lehren – einen Maikäfer…“ – und dann hörte er einen dumpfen Schlag, gefolgt vom Scheppern des Säbels. Griemeeisen war mit seinen im Felde unerprobten Hausschuhen gleich auf der ersten polierten Marmorstufe ausgeglitten und mit dem ganzen Gewicht seiner Persönlichkeit auf dem Kopf gelandet, was sogleich seinen Hals hatte umknicken lassen. Wie er dann auf einem der Orientteppiche lag, auf dem Rücken, alle Viere unnatürlich verkrampft und geknickt von sich gestreckt, in seinem etwas verrutschten Maikäferkostüm, hatte schließlich auch noch weitere Bedienstete des ehrenwerten Hauses amüsiert, natürlich ohne dies irgendwie zu bekunden. Den wenigen noch lebenden Offiziersgefährten ließ die Familie jedenfalls mitteilen, Griemeeisen sei nach einem Ehrenhandel verschieden, was ja durchaus – in gewissem Sinne – der Wahrheit entsprach.

Henning: Wieder Wal bestellt

Klingelt an der Tür, Frau macht auf, großer Lieferwagen mit Hebebühne, davor der Fahrer: „Einmal halber Finnwal fertig ausgenommen für Gerritsen.“ – „Was?!“ – „Finnwal für Gerritsen“ – „WAS?! Ich hab nichts bestellt“ – „Für Gerritsen“ – Frau stockt der Atem. Einen Schritt nach draußen, dreht sich um, ruft an der Hauswand hoch: „HENNING? HAST DU WIEDER WAL BESTELLT?“ – Keine Reaktion – „HENNING????“ – Gedämpft: „Ja?!“ – „HAST DU WIEDER OHNE ZU FRAGEN WAL BESTELLT“ – Fenster wird gekippt: „…kann sein.“ – „NEE ALSO HENNING JETZT IST WIRKLICH SCHLUSS, KOMM MAL RUNTER“ – „Mama…“ – „JETZT KOMM MAL RUNTER. HAST DU WIEDER WAL BESTELLT?!“ – Henning (trotzig): „ICH KANN JETZT NICHT“ – „KOMM JETZT SOFORT RUNTER“ – Fahrer: „Ich lad dann mal ab, ne“ – Frau: „AUF KEINEN FALL!!!“ – Fahrer: „Bestellt ist bestellt“ – Henning: „Bestellt ist bestellt, Mama.“ Frau: „ICH HALT DAS NICHT MEHR AUS!!!“ Läuft ins Haus, knallt die Tür zu. Fahrer: „WAS ISN JETZT?!“ – Keine Reaktion – Fahrer: „HALLO?!“ – Henning: „Niemand zuhause“ – Fahrer: „ICH LAD JETZT AUS!!“ – Henning: „Falsche Adresse!“ – Fahrer: „HIER IST DOCH GERRITSEN?!“ – Henning: „Falsche Adresse, hallo.“ – Fahrer: „Unfassbar. Ich fahr doch hier nicht zum Vergnügen mit dem Ding…“ – Henning: „Niemand zuhause.“ Fahrer schüttelt den Kopf, klingelt noch 2x und fährt dann wieder.