Idee für Schlagertext: Wenn die Hasen Trauer tragen

(nicht so schmissig, eher andächtig-getragen, schon mit Verve, ma non troppo)

Wenn die Hasen Trauer tragen
und die Kinder mit den Fragen
sich vertrauensvoll hinwenden
zu den Kreuzem an den Wänden:

Warum stirbt man überhaupt,
warum ist das bloß erlaubt?!
Warum müssen wir denn gehen,
warum hilft kein Bitten, Flehen?!

WEIL DIE EIER SCHMIERIG WAREN
DURCHFALL 112 GEBAREN
KRANKENWAGEN, RETTUNGSGASSE,
JESUS FLOG DIE UNTERTASSE

(3x wiederholen)

Dann gesprochen: Eier sind die Familienjuwelen der Hühner. Wer jetzt kein Haus baut, tut es nimmermehr.

Idee: Selbstironisch eine Bank überfallen

Einfach so mit der üblichen Kluft in eine Volksbank-Filiale und sagen „so, ich will jetzt Geld abheben hier, aber nicht von meinem Konto, das ist schon überzogen“ – und dann, als die Azubis, die diese Woche die Filiale ganz alleine leiten dürfen, schon ganz erschreckt gucken, sagt man einfach „lol, man, das war selbstironisch“ – „Achsooo lol. Also doch kein richtiger Überfall“ – „Doch, doch. Aber selbstironisch.“ – „Ok, aber auch richtig mit Geld rausrücken“ – „Ja sicher. Ich brauche viel Geld, um die nächsten Banküberfälle finanzieren zu können“ – „lol das war wieder Selbstironie oder 😀“ – „Ja 😀 und jetzt her mit den Scheinen“ – „Aber gerne. Darf ich ein paar der Gags nachher bei Twitter posten? Vielleicht schaff ich’s damit auf Twitterperlen“ – „Logo.“

Idee für Kartenspiel: Leg dich nicht an

Ein klassisches Anlegespiel vergleichbar mit Elfer raus oder Rummy, nur dass man möglichst wenig Karten irgendwo anlegt und auch beim Spielen sich mit niemandem anlegt. Die Karten passen auch fast alle nicht zueinander, und wenn doch, ist man aber nicht gezwungen, auszuspielen, sondern kann sagen „ich lege mich nicht an“ und dafür drei neue Karten vom Stapel ziehen. Das Spiel endet oft damit, dass alle Spieler ein riesiges Blatt auf der Hand haben und irgendwann einsehen, dass die Runde quasi vorbei ist.

Idee für einen Horror-Roman/Thriller: HONEY

Ein alleinstehender, frühpensionierter Mann, der das Gefühl hat, außer durch das Posten von Meinungsartikeln (oft NZZ) und längeren Newskommentaren in sozialen Netzwerken der Gesellschaft nicht mehr so viel geben zu können, wie eigentlich möglich und auch nötig wäre, bemerkt eines Morgens, dass er aus seitlich an seinem Körper gewachsenen Drüsen eine Art Honig produziert. Zunächst ekelt er sich natürlich, überwindet sich dann aber an einem Tag, als keine Schokolade im Haus ist, einmal zu probieren – und jah, es ist köstlich. Geleé Royal-Qualität. Zunächst sich selbst versorgend, beginnt der Mann, den „Honig“ einen lokalen Supermarkt als regionale Spezialität zu verkaufen und es findet reißenden Absatz. Je mehr Honig er aus den Drüsen herausdrückt, umso größer werden sie und umso mehr produzieren sie auch. Der Mann isst säckeweise Zucker und teilweise Blüten oder zerriebene Tannenzapfen dazu, um den Honig zu aromatisieren. Das Geschäft brummt. Doch dann wird er einen Nachts von einer Bärenfamilie, die in sein Haus eindringt, übel zerfetzt. Durch die besondere Zusammensetzung des Honig mutieren die Tiere zu bizarren Bärenmenschen mit Bienenflügeln, die die gesamte Kleinstadt, in der der Mann gewohnt hat, ebenfalls übel zerfetzen. Gerettet wird die Stadt dann schließlich von einem Rentner, dessen Körper Nutella produziert (aber daraus kein großes Geschäft machen wollte). Er lockt die Bärenmonster mit seinem köstlichen Nutellageruch in einen alten Steinbruch und besiegt sie dort mit einem alten Maschinengewehr.

Idee für Kurzfilm: Le Museum 2

Eine Frau löst eine Eintrittskarte an einem Automaten, an dem groß „Eintritt“ drübersteht. Der Automat sieht aus wie aus dem Labor eines verrückten Wissenschaftlers mit vielen Schaltern und blinkenden Lichtern. Sie drückt etwas daran herum und stellt dann eine gelbe Skulptur unten in ein Fach wie bei Leergutautomaten für Getränkekisten. Die Skulptur fährt nach hinten und ein Schein wird ausgedruckt. Die Frau beginnt, durch ein leeres Museum mit überwiegend leeren Wänden zu wandern. Da kommt sie in einen abgedunkelten Raum, in dem sich eine Gruppe von kleineren Leuten versammelt hat, die alle rundliche Mandarinen- und Orangenkostüme aus bemaltem Pappmaché anhaben. Langsam öffnet sich ein Vorhang. Und angestrahlt von Scheinwerfern steht auf einem Tisch hinter dem Vorhang die Skulptur der Frau. Eine Stimme sagt über Lautsprecher: „Jupiter, der einsame Planet.“ Die Mandarinen und Orangen gucken sich etwas befremdet an, es scheint nicht zur Skulptur zu passen. Die Frau schließt die Augen und eine kleine Träne rollt über ihre Wange. Aber sie sieht nicht unglücklicher aus als sonst, vielleicht sogar etwas glücklicher. Als sie aus dem Raum herausgegangen ist, blickt sie sich noch einmal um. Die Gruppe hat jetzt Planetenkostüme an. An den Wänden auf dem Weg zum Ausgang hängen Bilder von Mandarinen und Orangen. Und als die Frau den Schein in den Automaten steckt, über dem jetzt „Ausgang“ steht, kommt unten eine leere Kiste Sprudel raus. Die Frau nimmt die Kiste und geht.

Idee für Reisebericht a la Cleber/Wickert

„Nun wir brechen also auf. [Leises Schnuffen und Tuten einer alten Eisenbahn] Ein bisschen Wehmut ist dabei, müssen wir doch lieb gewonnene Freunde zurücklassen, die wir hier am anderen Ende der Welt kennengelernt haben. Die gastfreundliche alte Frau, die uns einfach so ihren Mann zubereitet hat. Zerni, den rauchenden Affen. Und natürlich João, den Jungen mit dem Beckham-Trikot, der unserem Kameramann Ernie Rapidez verkauft hat.“