Kurzfilm: Tennis, der weiße Sport im gelben Pfannkuchenteig

Man sieht, wie jemand so eine Art Kochvideo macht und nacheinander Zutaten in eine Rührschüssel füllt, für einen Eierkuchenteig. Dann sieht man, wie die Hand darin Tennisbälle wendet und sie in einem hohen Topf mit heißem Fett lecker ausbackt. Am Ende ein Anrichteteller mit den fertigen Tennispfannkuchen. Dann sieht man einen Tennisplatz (Rasen) und zwei in weiß gekleidete Spieler, einer mit Hasenkopf, einer mit Huhnkopf, die sich einen American Football mehr schlecht als recht zuspielen. Dann sieht man den Schiedsrichter auf dem Stuhl, der einen Pullover mit einem großen Spiegelei als Motiv drauf hat und in die Kamera sagt: „Tennis, der weiße Sport. Sport, Sport, Sport, Sport, Sport, Sport, Sport, Sport.“ Dann sofort Abspann.

Kurzfilm: Pungi

Ein junger indischer Musiker will sich zum Üben aufs Land zurückziehen und nimmt ein Angebot eines älteren, etwas schrulligen Ehepaars an, einige Zimmer ihres wildromantischen Anwesens in den pinienhainumsäumten Sümpfen Frankreichs zu beziehen. Er kommt umständlich mit dem Zug und 26x umsteigen (nimmt 4min des Films ein). Während der Musiker dann nachts bei milden Temperaturen und Insekten leise seine Pungi bläst und an einer Komposition feilt, sitzt das Ehepaar in der Küche und streitet. Da kommt aus dem Kochtopf langsam eine Schlange, es liegen einige Zutaten aus der Bouillabaisse auf ihrem Kopf. Das Ehepaar ist wie gelähmt – u.a. vom Biss der Schlange. Da hat der Musiker nebenan die entscheidende Idee für die beste Stelle seiner Komposition und spielt die entscheidende Stelle auf der Pungi (Naheinstellung). Ehepaar liegt tot nebeneinander. Letzte Szene: Im Salon spielt ein Mandrill im Anzug das Stück nochmal am Klavier. Abspann.

Kurzfilm: DAS UNMÖGLICHE

Naheinstellung von einem schwitzenden Mann mit Hornbrille, im Hintergrund Chinarestaurantmusik. Dann sieht man von hinten, dass er auf ein riesig langes Gemälde starrt, das Da Vincis „Abendmahl“ nachempfunden ist, nur dass statt Jesus ein großer Gorilla mit Kochmütze sitzt und der Tisch aus nebeneinander aufgereihten Buffetbottichen besteht, hinter denen recht maßlos schlemmende Gäste sitzen. Dann wieder Naheinstellung vom Gesicht des Mannes, der immer unruhiger wird und leise sowas wie „das ist doch…“ sagt. Dann ruft er laut „HALLO?“ Schwenk ins große Restaurant, keiner da, weder Gäste noch Personal, Buffet dampft vor sich hin. Der Mann guckt auf seine Armbanduhr: sie hat aber keine Zeiger, man sieht nur ein tristes Familienfoto vor karierter Tapete auf dem Uhrenblatt. Dann nähert sich die Kamera langsam einem der großen Aquarien in der Mitte des Restaurants. Auf dem Boden des Aquariums steht eine Nachbildung der Kaaba in Mekka, und wie die Pilger „wandern“ (schwimmen) viele kleine Guppis im Kreis um den Quader. Dann wieder Naheinstellung des Mannes, wie er sagt: „Das ist doch alles Wahnsinn.“ Da hört man plötzlich knatternden Lärm. Ein stark aus dem Auspuff rauchendes Mopped mit einem Pizzajungen hält am Tisch des Mannes und knallt im Vorbeifahren eine Pizzaschachtel auf den Tisch vor den Mann. Der Mann hustet aufgesetzt und guckt dem Burschen böse nach. Dann hebt er den Deckel der Schachtel an und drin ist eine abgetrennte schwarze Gorillahand. Dann sofort Abspann.

Kurzfilm: Das waren wir ihm

Reihenhäuser, davor verwaister Bürgersteig, wenige parkende Autos, eine Parkuhr. Jemand kommt von links ins Bild und hat eine Wäschewanne voll mit alten Parkuhren dabei. Er stellt die Wanne unter die Parkuhr, greift in seine Hosentasche, holt etwas heraus dann Naheinstellung: es ist eine etwa weinbergschneckenhausgroße Parkuhr. Umständlich wirft er die kleine Parkuhr in die Parkuhr am Bürgersteig ein und „parkt“ dann die Wäschewanne mit den alten Parkuhren zwischen zwei Autos „ein“. Dann Schnitt und wie die Person in einer Kneipe an der Bar sitzt und gerade seine Bestellung bekommt: ein großes Glas Mineralwasser und drei heiße Maiskolben mit Butter. Da steckt ein Verkehrspolizist seinen Kopf durch die Tür der Kneipe und sagt etwas, das man aber nicht hören kann, man sieht ihn nur die Lippen bewegen. Dann eine Minute lang Naheinstellung des Gesichts der Person. Ausdruck irgendwie abwesend, ein bisschen traurig, aber eher unbeteiligt. Dann Einstellung von einem großen Maisfeld, durch das ein sanfter Wind geht, auch eine Minute. Dann eine Maisdose, in die jemand durch ein kleines Loch im Deckel einige sehr kleine Maiskolben reinwirft. Dann noch einmal kurz das Gesicht der Person, die „Dasssss waren wir ihm“ sagt. Und dann sofort Abspann.

Idee für Tierhorror: OOZ

In garnicht ferner Zukunft gibt es einen Zoo, in dem fast nur robotische Tiere, täuschend echte Nachbauten mit standardisierten Handlungsabläufen zu sehen sind. Anfangs genießt der Zoo gewaltigen Besucheransturm, gerade auch Zookritiker haben für die Idee, nicht mehr echte Tiere sklavisch einzusperren, einiges übrig. Doch bald schon lässt das Interesse nach. Man merkt den Tieren dann doch zu sehr an, dass sie nicht echt sind, vor allem wenn man öfter da ist. Jetzt sind die Programmierer gefragt. Echte, lernfähige Tier-KIs sind zu teuer und auch noch verboten. Einfach ein paar neue Bewegungen oder Kunststücke einzuprogrammieren ist hingegen zu langweilig und wenig vielversprechend. Doch der neue Manager des Zoos, der von einem irren Vergnügungspark abgeworben wurde und alles zum Guten wenden soll, hat eine Idee. Was, wenn man die Zoogäste vor den Gehegen mit Steuerpulten selbst entscheiden lassen könnte, was die Tiere machen? Bei manchen sogar mit einer Art Joystick und interaktivem Hologramm von THINKING SUPERMACHINES (eine Referenz an „Jurassic Park“, 1993) komplett steuerbar? Die Idee wird gegen die üblichen Bedenken durchgesetzt und schlägt ein wie eine Bombe. Bis einer gemeingefährlichen Gamerclique mit ferngesteuerten Gorillas und Orang-Utans der Ausbruch aus dem Affengehege gelingt. Als erste Gäste von den Affen bzw den Gamern in ihrem Wahn zu Tode geprügelt werden, man aber nicht weiß, von wo aus die Bande das alles „abzieht“, übernehmen andere geübte Kinder die Steuerung über kampfgeeignete Tiere wie Adler, Löwe, Krokodil usw und kämpfen teils erfolgreich gegen die Affen. Am Ende gelingt es dem Krokodil, das von einem kleinen Mädchen gesteuert wird, die Gamerbande auf einer der Toiletten des Zoos aufzuspüren und es gibt ein krasses Blutbad.

Idee für einen Horror-Roman/Thriller: HONEY

Ein alleinstehender, frühpensionierter Mann, der das Gefühl hat, außer durch das Posten von Meinungsartikeln (oft NZZ) und längeren Newskommentaren in sozialen Netzwerken der Gesellschaft nicht mehr so viel geben zu können, wie eigentlich möglich und auch nötig wäre, bemerkt eines Morgens, dass er aus seitlich an seinem Körper gewachsenen Drüsen eine Art Honig produziert. Zunächst ekelt er sich natürlich, überwindet sich dann aber an einem Tag, als keine Schokolade im Haus ist, einmal zu probieren – und jah, es ist köstlich. Geleé Royal-Qualität. Zunächst sich selbst versorgend, beginnt der Mann, den „Honig“ einen lokalen Supermarkt als regionale Spezialität zu verkaufen und es findet reißenden Absatz. Je mehr Honig er aus den Drüsen herausdrückt, umso größer werden sie und umso mehr produzieren sie auch. Der Mann isst säckeweise Zucker und teilweise Blüten oder zerriebene Tannenzapfen dazu, um den Honig zu aromatisieren. Das Geschäft brummt. Doch dann wird er einen Nachts von einer Bärenfamilie, die in sein Haus eindringt, übel zerfetzt. Durch die besondere Zusammensetzung des Honig mutieren die Tiere zu bizarren Bärenmenschen mit Bienenflügeln, die die gesamte Kleinstadt, in der der Mann gewohnt hat, ebenfalls übel zerfetzen. Gerettet wird die Stadt dann schließlich von einem Rentner, dessen Körper Nutella produziert (aber daraus kein großes Geschäft machen wollte). Er lockt die Bärenmonster mit seinem köstlichen Nutellageruch in einen alten Steinbruch und besiegt sie dort mit einem alten Maschinengewehr.

Idee für Kurzfilm: Le Museum 2

Eine Frau löst eine Eintrittskarte an einem Automaten, an dem groß „Eintritt“ drübersteht. Der Automat sieht aus wie aus dem Labor eines verrückten Wissenschaftlers mit vielen Schaltern und blinkenden Lichtern. Sie drückt etwas daran herum und stellt dann eine gelbe Skulptur unten in ein Fach wie bei Leergutautomaten für Getränkekisten. Die Skulptur fährt nach hinten und ein Schein wird ausgedruckt. Die Frau beginnt, durch ein leeres Museum mit überwiegend leeren Wänden zu wandern. Da kommt sie in einen abgedunkelten Raum, in dem sich eine Gruppe von kleineren Leuten versammelt hat, die alle rundliche Mandarinen- und Orangenkostüme aus bemaltem Pappmaché anhaben. Langsam öffnet sich ein Vorhang. Und angestrahlt von Scheinwerfern steht auf einem Tisch hinter dem Vorhang die Skulptur der Frau. Eine Stimme sagt über Lautsprecher: „Jupiter, der einsame Planet.“ Die Mandarinen und Orangen gucken sich etwas befremdet an, es scheint nicht zur Skulptur zu passen. Die Frau schließt die Augen und eine kleine Träne rollt über ihre Wange. Aber sie sieht nicht unglücklicher aus als sonst, vielleicht sogar etwas glücklicher. Als sie aus dem Raum herausgegangen ist, blickt sie sich noch einmal um. Die Gruppe hat jetzt Planetenkostüme an. An den Wänden auf dem Weg zum Ausgang hängen Bilder von Mandarinen und Orangen. Und als die Frau den Schein in den Automaten steckt, über dem jetzt „Ausgang“ steht, kommt unten eine leere Kiste Sprudel raus. Die Frau nimmt die Kiste und geht.