Idee für Kurzfilm: Le Museum 2

Eine Frau löst eine Eintrittskarte an einem Automaten, an dem groß „Eintritt“ drübersteht. Der Automat sieht aus wie aus dem Labor eines verrückten Wissenschaftlers mit vielen Schaltern und blinkenden Lichtern. Sie drückt etwas daran herum und stellt dann eine gelbe Skulptur unten in ein Fach wie bei Leergutautomaten für Getränkekisten. Die Skulptur fährt nach hinten und ein Schein wird ausgedruckt. Die Frau beginnt, durch ein leeres Museum mit überwiegend leeren Wänden zu wandern. Da kommt sie in einen abgedunkelten Raum, in dem sich eine Gruppe von kleineren Leuten versammelt hat, die alle rundliche Mandarinen- und Orangenkostüme aus bemaltem Pappmaché anhaben. Langsam öffnet sich ein Vorhang. Und angestrahlt von Scheinwerfern steht auf einem Tisch hinter dem Vorhang die Skulptur der Frau. Eine Stimme sagt über Lautsprecher: „Jupiter, der einsame Planet.“ Die Mandarinen und Orangen gucken sich etwas befremdet an, es scheint nicht zur Skulptur zu passen. Die Frau schließt die Augen und eine kleine Träne rollt über ihre Wange. Aber sie sieht nicht unglücklicher aus als sonst, vielleicht sogar etwas glücklicher. Als sie aus dem Raum herausgegangen ist, blickt sie sich noch einmal um. Die Gruppe hat jetzt Planetenkostüme an. An den Wänden auf dem Weg zum Ausgang hängen Bilder von Mandarinen und Orangen. Und als die Frau den Schein in den Automaten steckt, über dem jetzt „Ausgang“ steht, kommt unten eine leere Kiste Sprudel raus. Die Frau nimmt die Kiste und geht.

Idee für Kurzfilm: Schwarzwald

Eine Frau, eventuell Kommissarin, fährt in einem Auto, das von außen teils mit Tannenzweigen betackert ist, in die Dämmerung in den Schwarzwald. Dabei führt sie eine Art Selbstgespräch, sie wiederholt mit Pausen dazwischen immer wieder „was war denn noch…das dar denn doch. Doch noch doch noch.“ Sowas in der Art. Dann ist sie im Höllental und hält im Dunkeln vor einer einfachen, aber gepflegten Pension, hinter der sich eine schwarze, sehr hohe Felswand erhebt. Sie kommt langsam in die Gaststube, goldenes Licht, einladende Wärme, und an einem Tisch in der Mitte sitzen Tiere (Fuchs, Dachs teilweise) und spielen Karten, auf denen teilweise die Frau drauf abgebildet ist. Von der Decke hängt, an den Hinterbeinen befestigt, ein Hase runter, der lebt und sich zu ihr umdreht und sie anschaut. Auf dem Tresen einer Bar steht eine große Schneekugel, in der ein Kopf einer Person mit geschlossenen Augen zu sehen ist. Die Frau nimmt sich eine Flasche Weinbrand, zieht den Korken mit den Zähnen raus, spuckt ihn aus und trinkt einen ordentlichen Schluck. Dann verteilt sie den Inhalt auf den Möbeln und zündet die Bude mit einem Streichholz an, aus einer Schachtel, auf der auch ihr Gesicht ist. Die Tiere spielen seelenruhig weiter, auch als sie Feuer fangen. Die Frau geht raus und steigt in das Auto, an dem keine Tannenzweige mehr sind. Sie setzt langsam, zurück, fährt ein paar Meter auf der Straße, dann wird das Auto immer langsamer, bis man von hinten sieht, wie die Frau seitlich auf den Beifahrersitz fällt. Dann eine aufgewirbelte Schneekugel mit der brennenden Pension drin. Dann Abspann.

Le Museum

In einem Museum für interessante Kunst ist gerade Schließung, über die Lautsprecher werden die Gäste aufgefordert, sich zum Ausgang zu bewegen. Da hört man jemanden durch ein Megafon: „Ich gehe n i c h t.“ Die anderen, eher vereinzelten Gäste, die nur von weitem gefilmt werden, gucken sich etwas an, gehen dann aber zum Ausgang. Einer der Gäste sagt dem Pförtner: „Da ist noch einer, der geht n i c h t.“ Der Pförtner ist ein Gemälde, das länger eingeblendet wird. Dann Schnitt und einer dieser roten Kaugummiautomaten an einer kahlen, weiß gekachelten Wand. Dann hört man von weitem wieder die Megafonstimme „ich gehe n i c h t“. Dann eine Hand in Naheinstellung, wie sie einen Cuatro in den Kaugummiautomaten wirft, dreht und es kommt eine winzige Schneekugel mit einem Megafon drin (Naheinstellung) heraus. Dann Schnitt und Szene in einem Restaurant an einem Tisch für einen mit der Person, die dem Pförtnerbild sagte, es gehe jemand n i c h t. Ein Kellner kommt und räumt ab. Die Person bezahlt mit drei bunten Kaugummikugeln und dann Naheinstellung vom Kellner, wir er „Baboba“ (mit Betonung auf dem „o“) sagt. Dann sofort Abspann.

Kurzfilm-Idee: Wir müssen rennen

Man sieht eine Person von hinten regungslos an so einem Sushi-Laufband sitzen und nachdem einige der bekannten Häppchen von links ins Bild gefahren sind, kommt ein Teller mit einer einzelnen Mohrrübe mit Grün dran her. Als der Teller auf der anderen Seite der vom Rücken der weiterhin regungslosen Person verdeckten Strecke erscheint, ist nurnoch das Grün auf dem Teller. Und dann dreht die Person ihren Kopf langsam zur Seite und man sieht ein felliges Hasengesicht, aber keine „Mümmelbewegungen“. Und dann Schnitt und ein Aquarium mit vielen kleinen Fischen und das Gesicht des Hasenmenschen auf der anderen Seite dahinter, wie er nachdenklich hineinschaut. Wieder Schnitt und ein Teller von oben mit Grün und einem handgeschriebenen Zettel darauf, auf dem steht: „Wir müssen rennen, um nicht zurückzubleiben.“ Dann Abspann.

Idee für Kurzfilm: Oben

Die Kamera zeigt den seitlichen Zugang zu einer Freilichtbühne. Man kann das Publikum zwar nicht sehen, aber hören. Halblautes Gemurmel. Dann hört man hinter der Kamera jemanden etwas sagen, etwa so: „Ich war jahrelang am Baum…oberhalb. Etwas oberhalb, immer so den Ast entlang, oben. Der Wind, das ewige Rauschen. Oben im Baum. In der Baumhöhle, in der Buchung. Die Blätter, die Früchte. Die Äste entlang. Ich war der Baum. Halb oben. Ich habe alles vergessen, ich war frei und habe alles vergessen. Gib mir noch eine von den Nüssen. Ja, die.“ Dann Knack- und Knabbergeräusche. „Ich war der Baum, ich muss.“ Und dann sieht man ein Eichhörnchen auf und über die Bühne flitzen, das Publikum raunt und die Kamera fällt hin und das Bild ist schwarz und der Ton auch weg. Dann ein Bild von einem Baum, dessen Äste sich im Wind bewegen, etwa eine Minute. Und dann eine Nahaufnahme vom Gesicht eines Mannes mit Eichhörnchenbemalung, wie es das für Kinder bei Stadtfesten gibt. Und er sagt: „Oben.“ Und dann sofort Ende.

Idee für eine Filmminiatur

Idee für eine Filmminiatur: Kamera fährt sehr langsam durch eine halbdunkle, kaum besuchte Hotelbar, leise Jazzmusik, also die Kamera fährt auf jemanden an der Bar zu, man sieht nur seinen Rücken, er hat aber einen Anzug an. Und dann irgendwann geht die Kamera leicht seitlich rum und man sieht das Gesicht von einem nachdenklichen Nasenaffen und vor ihm ein hohes Glas mit einer halben Stange Lauch drin. Dann sofort Abspann.

Kurzfilme: Es war immer so

Eine Person wird gezeigt, wie sie nachts kleine Dosen Kondensmilch vor die Hauseingänge einer Siedlung stellt, aber immer nur der Weg vom Bürgersteig zur Tür und dann Naheinstellung der Milchdosen, wie sie abgestellt werden, nie der Rückweg oder das Weitergehen und man sieht die Person auch immer nur von hinten. Das alles etwa vier Minuten lang (Musik im Hintergrund: Bob James – Nightcrawler). Dann Schnitt und eine einfache, kleine Küche, Morgensonne scheint zum Fenster rein. Keine Musik. Die Person sitzt am Küchentisch gießt sich Filterkaffee in eine große Tasse, trinkt aber nicht und guckt nachdenklich schräg nach unten. Dann eine Naheinstellung von einer Kondensmilchdose mit dem nachdenklichen Gesicht der Person drauf. Dann dunkel und eine Stimme sagt: „Es war immer so.“ Abspann.