Die Saftpresse der Leute vom Ort und der Junge

Es war einmal ein Ort, in dem eine große Saftpresse ist, die das Ortsbild prägt. Sie wird von den Leuten vom Ort gemeinschaftlich genutzt. Die Sache ist, dass es eine Besonderheit gibt: Die Leute vom Ort gießen Saft in die Presse und vorne aus einer Öffnung kommen die fertig zusammengepressten Früchte raus und schmecken wie frisch gepflückt. Die Leute vom Ort kennen das garnicht anders und halten das für angemessen. Da kommt eines Tages ein drei Meter großer Zimmersmann durch den Ort gewalzt und lässt fragen, ob es was zu zimmern, zu hobeln oder zu kalfatern gebe. Doch bevor jemand antworten kann, geht er schnurstracks ins nächstbeste Wirtshaus und lässt sich vom Schenk einen ordentlichen Kathreiner aufschroten. Während die Leute vom Ort mit ihren Nasen an den Scheiben der Schenke kleben, um die ungewöhnlichen Ausmaße des Zimmersmanns zu bestaunen, darunter auch der Saftner, der für die Aufsicht der lokalen Presse zuständig ist, nutzt ein Lausejunge die Gelegenheit und gießt seine Pausenmilch hinein. Alle halten den Atem an. Der Zimmersmann schaut zunächst etwas unbillig, muss dann aber zugeben, dass der scharfe Kathreiner dadurch eine angenehm milde Note erhalten hat. Alle lachen gutmütig. Der Junge genießt daraufhin Narrenfreiheit und gießt übermütig Akazienhonig in die Saftpresse, woraufhin ein riesiger Bienenschwarm vorne aus der Öffnung strömt und den Leuten vom Ort Stiche beibringt. From hero to zero.
Und die Moral von der Geschicht: Honig, Junge, presst man nicht.