Blogbuch: Bestellen beim Nachbarn

„Heute abend bestell ich mal was bei meinem Nachbarn“. Sowas würde ich gerne bald sagen können. Ähnlich wie Airbnb und Uber können bald alle, die Lust darauf haben, ihr Essen verkaufen. Tagesaktuelle Angebote von Konserven über Frischeprodukte und Selbstgekochtes können jeden Tag neu eingestellt werden. Auch der berühmte „Liter Milch“ oder ein Kniffelbecher Zucker ist im Nu von schräg gegenüber bestellt. Bisschen teuer, aber das sind halt Arschlöcher. Dafür ist es in zwei Minuten da – die Kinder machen einen Sport draus, besonders schnell zu liefern. Klar, es gibt auch schwarze Schafe. Studenten wollen für ihre Veganersachen teils 30 Euro aufwärts, die sollen lieber arbeiten gehen. Da lob ich mir die Zugereisten. Die Aydins kaufen billig ein, stehen stundenlang in der Küche und nehmen nur ein paar Euro. Und es schmeckt auch nicht schlechter als vom Dönergrill, den sie auch betreiben. Nach Feierabend noch was dazuverdienen, also mir schmeckts.

Blogbuch: Ganz schöner Lolinger

Literaturagenten- und vermittler haben es nicht leicht (mit mir), ja, Herr Weissinger, ganz schöner Lolinger, meisterhaft kurz, hach hier disdas, ABER einfache eine Sammlung mit ihren kurzen Texten, schlagen sie sich das aus dem Kopf, was sie brauchen, ist mal eine thematische Schublade, eine Klammer, oder nicht doch mal was Längeres? Da könnte man sich sicherlich besser unterhalten!

Ich höre und lese das und denke die ganze Zeit: nein nein nein nein nein, nein nein. Nein, nein nein nein nein. Nein nein nein.

René

„Weißt du noch, René?“
„Nee.“
„Na der eine damals, da auf…“
„…ach Renééé, ja sicher!“
„Ja ^^“
„Und was ist mit dem?“
„Ach, der ist wohl beim Bergsteigen in den Pyrenäen von einem Bartgeier angegriffen worden und hat ein Auge verloren.“
„René, jetzt erinner ich mich wieder, aber im ersten Moment sagte mir der Name garnichts.“
„Ja ^^“
„Der René! Und was macht der sonst so, arbeitstechnisch?“
„Du, so genau weiß ich das auch nicht, hab ich nur so am Rande auf Facebook mitbekommen, war dann auch in so einer Spezialklinik lange, weil da mit dem Auge noch einiges andere mit rauskam wohl bei dem Angriff.“
„Witzig, wie man über all die Jahre doch noch so lose Kontakt hält.“
„Ja ^^“
„Der René! ^^“

Länder im Blick: Indien

Indien ist ein Land am Fuße des asiatischen Kontinents. Im Norden wird es durch Aufschüttungen, in den anderen Richtungen von Ozeanen eingegrenzt.

Nun, Indien ist enorm groß. Ein völlig überfüllter Zug verbindet die Städte, auf dem Land wird das Dorf- und Clanleben als gegeben hingenommen. Die vorherrschende Religion ist der Hinduismus, eine seltsame Mischung aus Abenteuerkarten, Zootieren und Kalendersprüchen. Das Kastensystem dient der besseren Aufbewahrung verschiedener Gesellschaftsschichten. Doch heute herrscht Demokratie, nachdem die Engländer durch den Antisemiten Mahatma Ghandi besiegt wurden. Schade, dass Pakistan entstand. Es war ein Kampf auf Biegen und Brechen. Durch Reibungspunkte entstanden auch Atomwaffen, die heute noch beliebte Touristenziele sind.

Die Natur bietet die gesamte Klaviatur von trockener Wüste bis zu den nassen Hängen der Bergketten. Nachts ruft der indische Elefant zur Ordnung. Er ist auch das Wappentier Indiens.

Wirtschaftlich verkauft das Land gerne seine Kronjuwelen, vor allem seltene Gewürze und Teeblätter, Gewänder, liebevolle Gegenstände, Computerprogramme. Schiffe bringen die Spezereien an den Arno, von wo aus sie nach ganz Europa mit dem LKW gebracht werden.

Kulinarisch gehen Schärfe und Geschmack Hand in Hand. Das klassische Curry, Fleisch mit Soße, wird in verschiedenen Farbtönen angeboten. Doch auch in Yoghurt eingelegte Mangos und die „goldene Milch“ sind Erfindungen der Bramahnen. Komm, Ganesha, nimm noch etwas vom Linseneintopf.

Im Sport wird das Cricket-Spiel landauf landab von Jung und Alt praktiziert. Vergleichbar mit dem amerikanischen Baseball, kann ein Spiel mehrere Tage bis Wochen dauern, was vor allem mit Regeldiskussionen zu tun hat. Am Ende bedankt man sich für das Spiel, indem man sich gegenseitig mit den Paddeln vor die Schienbeine donnert.

Die Filmindustrie ist die zweitgrößte und -wichtigste nach der amerikanischen Traumfabrik Hollywood. Bevorzugte Themen der Filme sind Liebe, Verrat und bunte Kleider. Am Ende legen sich alle auf den Boden und schlafen ein. Dann Abspann.

Im Großen und Ganzen ist Indien ein hervorragendes Land, das man gerne kennt. Ich vergebe 7-8/10 Landpkt.