Blogbuch

Was auch immer wieder die Runde macht gerade: Intelligente bleiben lange wach, sind unordentlich und fluchen gern. HAHA DANN BIN ICH JA INTELLIGENT. Ich bin nämlich N a c h t s c h w ä r m e r (für Sapiosexuelle: Carpe noctem). Nachts ist es schön ruhig, da kann man ungestört nachdenken und seine Intelligenz zur Geltung kommen lassen. Zudem arbeite ich gerne im kreativen Chaos, ich brauche das, auf meinem Schreibtisch sieht es aus wie in meinem Kopf, aber so bin ich nunmal, ja, wir Intelligenten, hach. Und fluchen. Ja, wie ein R o h r s p a t z. Heute wieder 7x „Sch…eibenhonig“ gesagt….schmunzel. Aber nur leise zu mir selbst. Denn ganz zufällig bin ich auch i n t r o v e r t i e r t. Aber was das bedeutet, erzähle ich euch ein anderes Mal, nur soviel: Ihr versteht mich oft falsch und müsst mehr Rücksicht nehmen.

Ganz unten

Ein Wal sucht seine Herde und taucht viele hundert Meter, bis er die Hand vor Augen nicht mehr sieht. Da ruft er in Walsprache, aber es kommen nur ein paar neugierige, gesunkene Schiffe und fahren wieder weg. Irgendwann, als er kaum mehr Kraft zum Rufen hat und man seine Tränen unter Wasser nicht sieht, hört er in einiger Entfernung ganz unten leise Stimmen. Schnell schwimmt er hin, aber es ist nur eine kaputte Telefonleitung und er hört viele tausend Menschen und andere Wale vergeblich nach ihren Familien anrufen. Da knotet er die Leitung zusammen und schwimmt nicht unzufrieden an den Strand zurück.

Kurzfilme: Es war immer so

Eine Person wird gezeigt, wie sie nachts kleine Dosen Kondensmilch vor die Hauseingänge einer Siedlung stellt, aber immer nur der Weg vom Bürgersteig zur Tür und dann Naheinstellung der Milchdosen, wie sie abgestellt werden, nie der Rückweg oder das Weitergehen und man sieht die Person auch immer nur von hinten. Das alles etwa vier Minuten lang (Musik im Hintergrund: Bob James – Nightcrawler). Dann Schnitt und eine einfache, kleine Küche, Morgensonne scheint zum Fenster rein. Keine Musik. Die Person sitzt am Küchentisch gießt sich Filterkaffee in eine große Tasse, trinkt aber nicht und guckt nachdenklich schräg nach unten. Dann eine Naheinstellung von einer Kondensmilchdose mit dem nachdenklichen Gesicht der Person drauf. Dann dunkel und eine Stimme sagt: „Es war immer so.“ Abspann.

Tagtraum: Das Bett

Ein alter Traum von mir: In einem sehr gemütlichen Bett, das auf schwenkbaren Skiern steht, schön warm eingepackt kreuz und quer, ziemlich, aber nicht sehr schnell über ein endloses, gefrorenes Meer gleiten. Dazu ein Spiel von Sonne und Wolken und evtl eine Mahlersymphonie und ein paar Käsestangen und Weintrauben. Und am Fußende vielleicht noch ein Schimpanse mit Smoking und Zylinder. Und immer, wenn man zu ihm guckt, grinst er und hebt den Daumen.