Nicht so meins

Eine Person geht auf einer „köstlichen Meile“ (Gerichte aus aller Welt werden kostenlos zum Probieren angeboten) die Stände ab, nascht hier und da und sagt immer „hm, joa, aber ist nicht so meins.“ Bis dann sein eigener Stand kommt. Da probiert er und sagt „das ist genau meins.“ Eine andere Person probiert auch und sagt „hm, nee, meins isses nicht“. Beide nicken sich zu. Schön, dass es sowas auch noch gibt. Ein Dieb macht dann aber noch einige Kassen mit Wechselgeld leer (das garnicht benötigt wurde, weil ja alles kostenlos ist) und hinterlässt Zettel, auf denen „meins ist es nicht“ steht.

Blogbuch: Skandal der Skandale

Ein Buch will ich im Rahmen der Deutschlandmesse in Leipzig aber doch noch kurz anklingen lassen. Der große Schwafler, gerne in Talkshows wie Lanz auftretende und klinische Buchautor Manfred Lütz, u.a. „Vatikanberater“, gemeint ist Apologet und zivile PR-Drohne der Papisten bei Herder, teils auch schon als Comedian aufgetreten, hat das aber ernstgemeinte Buch „Skandal der Skandale. Die geheime Geschichte des Christentums“ verfasst. Also würde der urkomische Titel nicht reichen, ist der Skandal, den er nach sagenhafter, zweijähriger Recherche und natürlich auf dem „neuesten Stand der Forschung“ herausgearbeitet hat, dass niemand weiß, dass das Christentum einfach super ist *heiteres, befreites Lachen* und dass das Schlechte, was man ihm nachsagt, einfach alles falsch verstanden ist. Denn in der Geschichte waren die weniger guten Dinge immer vom Staat begangen und von der Kirche stets, wenn auch teils erst später, kategorisch abgelehnt und auch abgeschafft worden. Die Leute werden es kaufen wie geschnitten Brot. Ich hoffe, dieses eine kurze Beispiel darf als Beleg schon reichen, dass die kleinen rechten Verlage doch garnicht die schlimmsten sind.

Information: Neue Mikrowellen

Was viele nicht wissen: neuere Mikrowellen haben – vergleichbar mit dem Umkehrschub bei guten Staubsaugern – ein Programm, wo heißem Essen Mikrowellen entzogen werden, wodurch es erkaltet und sogar gefriert. Sehr praktisch zum Beispiel bei Wackelpeter, der zügig aushärten soll, bei der Herstellung von Speiseeis usw. .

Der Mikrowellenteller dreht sich dann auch andersherum als beim normalen Programm – technisch und physikalisch gesehen unnötig, aber die Kunden – in all ihrer Blödheit – finden es gut und einleuchtend.

Blogbuch: F.-J. Wagner zu Steven Hawking

Lieber Stephen Hawking,

jetzt bist du also tot. Der liebe Gott hat dich in sein schwarzes Loch geholt, das du so geliebt hast. Für mich warst du wie Luke Skywalker im Rollstuhl. Was für ein Leben. Karriere an der Uni. Dann die Krankheit, ein Fluch. Mit Wissen besiegt. Ein Versand, so groß wie das Universum. Ein Herz, so rein wie die Milchstraße. Die Stimme kam am Ende vom Band. Verstanden hat sie niemand. Und alle.

Mach’s gut, kleiner Prinz

Dein F.J. Wagner

Go und Gobang

Eine meiner kurzlebigsten Begeisterungen und Leidenschaften war das Go-Spiel, während meiner Jugend war das. Mein großer Bruder hatte sich ein Spiel gekauft, auf dem „Go und Gobang“ draufstand. Ich hatte, wie damals üblich, im Kreise von Freunden aus einer Mischung aus Langeweile und Geltungsdrang heraus plötzlich etwas erzählt, in diesem Fall, ich sei ein guter „Go und Gobang“-Spieler. Die meisten guckten so nach dem Motto „einer ist Go und einer ist Gobang oder wie“ und trauten sich nicht zu fragen, was eigentlich los ist. Aber einer fragte dann doch, das Go und was Gobang sei oder beides oder was. Und dann sagte ich, ich weiß es noch wie heute: „Go spielt man alleine und Gobang zu zweit gegeneinander.“ Und alle so aha, aber schon so in Richtung „Hut ab.“ Und dann habe ich Go auch bis heute nie verstanden und – ganz anderes Thema – bei Abalone immer haushoch gegen jeden verloren, Gott weiß warum.

Ich bin heute nicht stolz auf meine Go-Angeberei, aber finde es trotzdem schade, dass sowas in Zeiten von Smartphone und Google garnicht mehr möglich ist, weil da sofort jemand nachgucken würde, ob alles stimmt, was so verzählt wird. Damals gab es zwar auch schon Altavista und Encarta, aber wer hatte schon seinen Aldi-PC auf dem Schulhof dabei? Niemand.

Blogbuch: Regenschirmtrick

Vorhin im Restaurant wieder jemanden beim „Regenschirm-Trick“ beobachtet. Kam rein und fragte den Kellner, ob der Schirm, den er angeblich vor einer Woche hier habe stehen lassen, vielleicht noch da sei. Ja guckense mal, die stehen hier schon länger. Ach jaaa, super, das ist meiner. Kannst du deiner Großmutter erzählen, aber nicht mir, hab ich gedacht. Und beim Rausgehen konnte ich es mir dann nicht verkneifen und sagte laut: „Viel Spaß mit ‚ihrem‘ Schirm.“ Das „ihrem“ war betont und voller Spott. Und er, rotzfrech: „Werde ich haben!“ Aber was kümmern es mich. Er weiß, dass ich es weiß. Das war mir wichtig.