Der klassische Witz

Ein Partytyp, ein Introvertierter und ein Serienmörder treffen sich am Freitag in der Pendlerbahn. Sagt der Partytyp: „Hoch die Hände, Wochenende! Was macht ihr? Ich geh wieder Party machen.“ Sagt der Introvertierte: „Ich werde zuhause lesen und Bilder davon im Internet posten in der Hoffnung, dadurch jemanden kennenzulernen.“ Und der Serienmörder: „Ich lass alles auf mich zukommen, erstmal bisschen entspannen, was kochen, vielleicht später noch jemanden umbringen.“

Mal andersherum

Zwei Personen haben ein erstes Date und gehen in ein neues Restaurant, das damit wirbt, dass „es mal andersherum ist“, die Gäste stehen in der Küche und kochen für das Personal. Die beiden sind die einzigen Gäste und „kochen sich einen ab“, um das zwanzigköpfige Personal lecker satt zu bekommen. Das Personal feixt und findet die beiden unheimlich bescheuert. Aber nachdem sie gegessen haben, präsentieren die beiden dem Personal die Rechnung. Alle gucken erstaunt und haben garkein Geld dabei. „Zahlen, Polizei oder spülen“ sagen die beiden. Da muss das Personal bis tief in die Nacht alles wegspülen. Die beiden haben trotzdem irgendwie von allem nichts gehabt und gehen unzufrieden nach Hause (einzeln leider). Am Ende der Geschichte kommt eine bisher unbekannte Person und ruft „hör auf!“ (?!)

In Montevideo

In Montevideo ist mir einmal etwas Seltsames passiert. Montevideo ist die Hauptstadt von Uruguay. Ich war im Barrio Flor der Maroñas auf der Avenida Luis Braille in einem dieser teilmotorisierten Gondeln unterwegs, in denen man mit mehr oder weniger heruntergelassenen Hosen zumeist von einem Ortskundigen zu den einschlägigen lokalen Bauchläden gefahren wird, an denen man kleine scharfe Eselswürste in Bananenblättern zu kaufen hat. Da war ich mitten in einen mir bizarr erscheinenden Umzug hineingeraten; der Gondelfahrer war schon einige Kreuzungen vorher abgesprungen, weshalb ich im Schritttempo durch riesige, bald haushohe Sagengestalten aus Segeltüchern und aufwendigem Maché, teils Meeresungeheuer, bedeutende Politiker, Tanzgruppen, überflüssige, zeitungslesende Hutträger und unheimlich laut spielende Trompetengruppen hindurchknatterte. Ich wagte allein aufgrund der Geräuschkulisse keineswegs, ein fragendes Wort an irgendjemanden zu richten, worum es sich hier wohl handele. Da öffnete sich vor mir ein besonders eindrucksvolles Umzugsgefährt oder fahrendes Wesen, das so eine Art riesiges Yak oder einen südamerikanischen Wasserbüffel darstellen sollte; öffnen in dem Sinne, dass die etwa litfaßgroßen Hinterbeine leicht auseinandergingen und sich ein großes dunkles Arschloch aus einer Art interessanter Wellpappe geformt ein stückweit öffnete und als hätte es jemand so gewollt, nahm meine führerlose Gondel plötzlich gefühlt (!) Fahrt auf – vielleicht wurde der große Büffel aber auch immer langsamer – und ich weiß nicht mehr genau warum, aber schicksalsergeben und auch etwas neugierig beugte ich mich etwas vor. Und mit einem Ruck war mein Kopf schließlich von hinten in den großen Ochsen eingedrungen und alles um mich herum war tiefschwarze Nacht, bis ich einige Tage später von der Feuerwehr von Montevideo den Umständen entsprechend befreit, gerettet wurde und meinen Urlaub sogar fortsetzte, als sei nichts gewesen.

Der Beruf, den der Gürteltiermann hat

Einen der seltsamsten Berufe, die mir je untergekommen sind, lernte ich in bzw hinter einer großen Bahnhofshalle kennen. Es war nicht so, als hätte mir jemand gesagt, ich solle das tun. Aber ich öffnete unterhalb einer sehr großen Bahnhofsuhr eine Tür, die nicht verschlossen war und drehte mich eine schmale Wendeltreppe hinauf zu einem kleinen Kabuff hinter dem gewaltigen und hörbar arbeitenden Zifferblatt. Und da saß ein Gürteltiermann, der mich erstaunt, aber durchaus freundlich anschaute. Sein Schuppenpanzer hob und senkte sich gleichmäßig mit seinem Atem. In der einen Hand hielt er eine Taschenuhr, deren Kette zwischen seinen Fingern herunterhing, mit der anderen umgriff er einen Drehknopf, den er langsam im Uhrzeigersinn bewegte. Er steuerte die riesige Bahnhofsuhr manuell und hatte die dazu passende Uhrzeit die ganze Zeit im Blick. Als mir solches klar wurde, wollte ich erst fragen, wer denn wohl dafür Sorge trage, dass die Taschenuhr immer die richtige Zeit habe. Aber da schien mir die Frage bereits albern, und der Gürteltiermann lächelte auch, als habe er meine Gedanken gelesen und sagte „ich“