Blogbuch: Bestellen beim Nachbarn

„Heute abend bestell ich mal was bei meinem Nachbarn“. Sowas würde ich gerne bald sagen können. Ähnlich wie Airbnb und Uber können bald alle, die Lust darauf haben, ihr Essen verkaufen. Tagesaktuelle Angebote von Konserven über Frischeprodukte und Selbstgekochtes können jeden Tag neu eingestellt werden. Auch der berühmte „Liter Milch“ oder ein Kniffelbecher Zucker ist im Nu von schräg gegenüber bestellt. Bisschen teuer, aber das sind halt Arschlöcher. Dafür ist es in zwei Minuten da – die Kinder machen einen Sport draus, besonders schnell zu liefern. Klar, es gibt auch schwarze Schafe. Studenten wollen für ihre Veganersachen teils 30 Euro aufwärts, die sollen lieber arbeiten gehen. Da lob ich mir die Zugereisten. Die Aydins kaufen billig ein, stehen stundenlang in der Küche und nehmen nur ein paar Euro. Und es schmeckt auch nicht schlechter als vom Dönergrill, den sie auch betreiben. Nach Feierabend noch was dazuverdienen, also mir schmeckts.

Dr. Jonas Weltraumarzt

Idee für Scifi-Groschenroman: „Dr. Jonas Weltraumarzt“ Es wird eine Atmosphärenbombe entwickelt, die auf dem Mars Wasser und ein endähnliches Klima auslöst. Auf den Kontinenten fängt es wild an zu wachsen. Ein Paradies, das bereit ist, es zu besiedeln. Nationale und private Marsfähren schießen aus dem Boden. Mit teils abenteuerlichen Rostlauben versuchen viele Glücksritter, die neue Erde zu erreichen, stürzen aber schon beim Start ab, trudeln in die Atmosphäre zurück oder treiben maneuvrierunfähig in einer Umlaufbahn. Leider kommt es schon bald zu Piraterie und die erdnahen Raumstationen sind schlimmer als Berlin. Als ein riesiger Amazon-Konvoi (Bücherbestellung immernoch kostenlos, keiner weiß, wie sie das machen) angegriffen wird, werden erstmals Astro-Kampfdrohnen gegen Menschen eingesetzt. Da kommt der Weltraumarzt Dr. Jonas ins Spiel, der auf einem eigenen Schiff (!) zusammen mit anderen Spaceärzten ohne Grenzen die Verwundeten (gegen wenig Geld) verarztet und sich für eine Untersuchung starkmacht. Doch auch eine laufende Nase und Masern, die endlich wieder jeder hat, sind bei ihm gut aufgehoben. Und da ist da noch die Weltraumzoologin und unerschrockene Piratin Leila, die auch Tiere auf den Mars bringen und zu ihrem Recht verhelfen will. Schon bald knistert es (gewaltig).

Blogbuch: OKUTEKITA

In meiner Phantasie mache ich eine Reportage auf einem der dienstältesten japanischen Walfangschiffe, der OKUTEKITA, wo heute nurnoch Reis in eben jenen großen Zubern gedämpft wird, wodrin früher der Walspeck ausgekocht wurde. Heute lachen die zahnlosen Seeleute darüber, denn sie jagen immernoch heimlich Wale, während ich in meiner Kombüse liege und Japanisch „büffel“. Es gibt im Japanischen 40 verschiedene Wörter für Reis. Es ist eine alte, gewalttätige Sprache hier draußen auf dem Meer. Abends singt die Mannschaft vom Leben an Land. Besonders bekannt: „Katzushirodeine Latzhose wieder nicht zum Schneider gebracht.“ Alle stimmen ein und ich fühle mich sonderbar geborgen, hier auf der Okutekita, meinem schwimmenden Asyl.

Idee für eine dieser Gründershows: das auffüllbare Bonbon.

Es handelt sich dabei um ein Behältnis in Bonbonform- und Größe (unterschiedliche Versionen verfügbar), das beim Lutschen vergleichbar etwa mit WC-Frische-Behältnissen sein wiederauffüllbares Inneres langsam durch winzige Öffnungen absondert, so dass man den vollen Bonbongeschmack hat, aber ohne dass das Bonbon verschwindet oder unangenehm klein wird. Und man kann es halt immer wiederbefüllen, Zuhause aus größeren Vorteilpacks (Versch. Sorten, Hustenbonbon, Frucht, Karamell, Energy etc) oder auch unterwegs, vgl. e-Zigaretten. Der Vorteil ist klar, es gibt nicht soviel Bonbonpapier. Wenn man das Bonbon mal versehentlich runterschluckt, geht es wegen seiner Form „gut durch“, man muss es dann nur einmal in die Spülmaschine geben etc. Werbespruch: „Das Bonbon, das super ist. Füll mich immer wieder auf. Hmmm ich bin umweltfreundlich *fickbewegungenmach“ und jetzt gebt mir das Scheißgeld oder ich erschieße Chico

Idee für ein Party- und Gesellschaftsspiel: „ICH NOMINIERE“

Das Spiel ist für 2-99 Personen und wird immer gerne gespielt. Wer an der Reihe ist, sagt „Ich nominiere…SIE!“ Und zeigt dabei auf einen anderen Mitspieler. Derjenige sagt dann: „Ich mache bei sowas eigentlich nicht mit, ABER GUT“. Und erzählt dann genau 4 Minuten etwas zu Themen wie Musik, Film und Hochgenuss. Danach muss die Person eine andere Person nominieren. Wer vergisst, zu sagen, dass er es eigentlich nicht spielt, ABER GUT, bevor er anfängt, hat verloren (vergleichbar mit „Schach“ und „letzte Karte Mau MAU“. Gewonnen haben alle, denn das Spiel ist hervorragend und bietet tiefe Einblicke in die Austauschbarkeit der anderen.

Idee für Tierhorror: OOZ

In garnicht ferner Zukunft gibt es einen Zoo, in dem fast nur robotische Tiere, täuschend echte Nachbauten mit standardisierten Handlungsabläufen zu sehen sind. Anfangs genießt der Zoo gewaltigen Besucheransturm, gerade auch Zookritiker haben für die Idee, nicht mehr echte Tiere sklavisch einzusperren, einiges übrig. Doch bald schon lässt das Interesse nach. Man merkt den Tieren dann doch zu sehr an, dass sie nicht echt sind, vor allem wenn man öfter da ist. Jetzt sind die Programmierer gefragt. Echte, lernfähige Tier-KIs sind zu teuer und auch noch verboten. Einfach ein paar neue Bewegungen oder Kunststücke einzuprogrammieren ist hingegen zu langweilig und wenig vielversprechend. Doch der neue Manager des Zoos, der von einem irren Vergnügungspark abgeworben wurde und alles zum Guten wenden soll, hat eine Idee. Was, wenn man die Zoogäste vor den Gehegen mit Steuerpulten selbst entscheiden lassen könnte, was die Tiere machen? Bei manchen sogar mit einer Art Joystick und interaktivem Hologramm von THINKING SUPERMACHINES (eine Referenz an „Jurassic Park“, 1993) komplett steuerbar? Die Idee wird gegen die üblichen Bedenken durchgesetzt und schlägt ein wie eine Bombe. Bis einer gemeingefährlichen Gamerclique mit ferngesteuerten Gorillas und Orang-Utans der Ausbruch aus dem Affengehege gelingt. Als erste Gäste von den Affen bzw den Gamern in ihrem Wahn zu Tode geprügelt werden, man aber nicht weiß, von wo aus die Bande das alles „abzieht“, übernehmen andere geübte Kinder die Steuerung über kampfgeeignete Tiere wie Adler, Löwe, Krokodil usw und kämpfen teils erfolgreich gegen die Affen. Am Ende gelingt es dem Krokodil, das von einem kleinen Mädchen gesteuert wird, die Gamerbande auf einer der Toiletten des Zoos aufzuspüren und es gibt ein krasses Blutbad.