Der Kakteenautomat

„Vorsicht!“
„Was?!“
„Nicht, dass sie sich weh tun. Die Stacheln sind sehr spitz.“
„Die Stacheln?“
„Von den Kakteen.“
„Kakteen?“
„Nach denen sie gerade gegriffen haben..“
„Gegriffen?“
„Naja, sie haben die Hand danach ausgestreckt, und da dachte ich…“
„Hand?“
„Ausgestreckt.“
„Ausgestreckt?“
„Na hingelangt.“
„Hingelangt?“
„Ich wollte ja nur helfen.“
„Helfen?“
„Ich weiß, wie weh das tun kann.“
„Weh?“
„Oh ja. Einmal, da stand ich an so einem Automaten.“
„Automaten?“
„Ja, die es an Bahnhöfen hat.“
„Bahnhöfen?“
„Aber es war eine Wüste.“
„Wüste?“
„Ja, eine Wüste und mittendrin ein Automat mit verschiedenen, kleinen Fächern.“
„Fächern?“
(nickt) „Und in den Fächern lauter kleine Kakteen“
„Kakteen?“
„Ja. Und die kosteten alle 50 Cent oder einen Euro.“
„Euro?“
„Und dann habe ich 53 gedrückt.“
„53?“
„Ja, ein kleiner Kaktus für 50 Cent.“
„Cent?“
„Und als er unten reinfiel und ich ihn herausholen wollte, hab ich mich arg gestochen.“
„Gestochen?“
„Ja. Aber habe ihn trotzdem rausgeholt.“
„Rausgeholt?“
„Aus dem Automaten.“
„Automaten?“
„Ja. Und dann stand ich da in der Wüste und hatte einen Kaktus und meine Hand tat weh und es war die 53 alles ausgedacht ^^ “
„Ausgedacht?“
„Ja. 🙂
🙂

Erinnerung: Mongolischer Kehlkopfgesang

Ich hab mir vor Jahren mal in der Freiburger Innenstadt eine CD mit mongolischem Kehlkopfgesang gekauft – die fünf oder sechs mutmaßlichen Mongolen, die abends wohl noch ein Konzert auf Einladung einer evangelischen Kirchengemeinde hatten, hatten da straßenmusiziert. Das Besondere an dieser Art Gesang ist, dass man ihn irgendwie gut findet. Dazu spielte einer der „Burschen“ eine Art Kniegeige, aber aus importiertem Holz. Die Mongolen leben ja in Jurten aus vergorener Milch, weil es in der dortigen Steppe praktisch kein Holz gibt. Es gibt da die sog. „fünfte Jahreszeit“, wo die Männer einen ganzen Monat auf Pferden (Reitervolk!) kreuz und quer durch das teils enorme Land reiten, nur um (Mal wieder) kein Holz zu finden. Schade, aber alle wussten es vorher. Und das wird dann mit einem großen Fest gefeiert, wo auch Kamerateams von 3sat dabei sein dürfen. Alles etwas seltsam .

Botschaft nach Jerusalem

Oh nein, die USA verlegen ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. *UN-resolutions-geräusche mach – wenn in der nahöstlichen Nachbarschaft Millionenstädte eingeäschert werden, wird von entsprechender Seite natürlich deutlich weniger protestiert. Ich kann meine Verachtung für die antisemitische Empörung über diese Hauptstadtfrage kaum in Worte fassen.

Was haben sie da?

„Was haben sie da?“
„Was? Ein…das Licht?“
„Ja, aber was. Achso, ein Handy.“
„Die Taschenlampe ^^ “
„Die Taschenlampe vom Handy“
„Ja ^^ “
„Ja. Hab ich schon von weitem gesehen“
„Ist immer an. Wenn der Strom aufgeladen ist.“
„Das Licht?“
„Ja.“
„Hmh.“
„Ist doch ganz schön.“
„…dass immer ein Licht an ist?“
„Ja 🙂
„Wenn der Strom aufgeladen ist.“
„Ja.“
„…und wo laden sie das hier draußen auf?“
„…gehe irgendwo rein.“
„Doofe Frage.“
🙂
„…ich habe auch Licht zuhause.“
„Gut 🙂
„Ich habe Licht zuhause, Gott, was rede ich nur.“
„…sie sagen nur, wie es ist ^^ “
“ – ihr Licht da.“
„..ja?“
„…ich habe es schon von weitem gesehen.“
„Ja 🙂
„Ich muss gehen.“
„Ok. Schade ^^ “
(dreht sich noch einmal um)
(winkt leicht mit der Taschenlampe)
🙂
🙂