Ich bin deine Freundin

Ein Mädchen schreibt jede Woche einen Brief an eine Freundin, die es nur in ihrer Vorstellung gibt, und erzählt darin von allen Sachen, den traurigen und den schönen und den normalen. Die Briefe wirft sie unbeschriftet in den Postkasten. Jahre später, das Mädchen ist schon erwachsen, erfährt sie, dass eine blinde Frau dafür zuständig war, die unbeschrifteten Briefe, die in der Poststation ankamen, zu öffnen und zu lesen. Das Mädchen findet heraus, wo die blinde Frau wohnt, die mittlerweile im Ruhestand ist, und trifft sich mit ihr. Das Mädchen erzählt ihr von den wöchentlichen Briefen und fragt, ob sich die Frau daran erinnern könne. Und die Frau sagt: Ja. An alle Sachen kann ich mich erinnern, die traurigen und die schönen und die normalen. Dann warst Du meine Freundin? Ich bin Deine Freundin, sagt die blinde Frau, die es garnicht gibt, und die beiden umarmen sich lange.

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